Monatsarchiv für April 2005

Apr 27 2005

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Ingo Breuer

Bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen! Mt. 5:44.

Abgelegt unter Homeschooling

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1955 reiste Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Moskau um die Freilassung von deutschen Gefangenen zu erwirken. Damals gab es in Deutschland Gebetswachen, wo Christen dafür beteten, daß Adenauers Gespräche in Moskau erfolgreich verlaufen würden. Konrad Adenauer stand in regelmäßigem Kontakt mit diesen Christen und dankte schon vor der Abreise nach Moskau für deren Gebete. Moskau leugnete die Existenz verbleibender deutscher Kriegsgefangener in Rußland. Aber Adenauer hatte Erfolg und Moskau gab zu, daß es noch Gefangene gab, und diese konnten dann wieder nach Deutschland zurückreisen. Adenauer machte deutlich, daß er sich der Kraft des Gebets bewußt war. Was jedoch heute passiert, ist äußerst paradox:

Konrad Adenauers Enkel Sven Adenauer sperrt rußlanddeutsche Christen ins Gefängnis, weil sie als Christen ihre Kinder zu Hause unterrichten. Wir berichteten darüber in der letzten Ausgabe des Christenkuriers. Eine Mutter in Erzwingungshaft, weil sie die 75 Euro Zwangsgeld letztes Jahr nicht bezahlt hat, und sie wird erst jetzt inhaftiert, weil sie letztes Jahr ihr neugeborenes Kind stillte. Sven Adenauer ist so anders wie sein Großvater. Warum werden in Deutschland gute Mütter ins Gefängnis gesperrt? Wer will mir diese Frage beantworten? Er ignoriert die Interessen, Anliegen, Gesetzesvorschläge und die Gebete der Christen. Das Moskau von damals ist heute in Gütersloh. Auf die Inhaftierung einer christlichen Mutter, die ihre Kinder liebt und deshalb auch unterrichtet, habe ich mit einem Schreiben reagiert. Ich habe Herrn Adenauer um ein Interview gebeten, weil ich im März in Deutschland bin, und ich auch in NRW sein werde. Es ist schon bemerkenswert, daß der Herr Adenauer überhaupt antwortet. Das Interview lehnt er höflich ab. Warum? Haste was zu verbergen? Haste ein schlechtes Gewissen? Ich hätte mich so gefreut, wenn ich mein neues digitales Aufnahmegerät bei einem solchen Interview einmal auf die Probe stellen könnte. Ein klärendes Interview würde sehr gut auf unsere Internetseite passen.

Warum kann Herr Adenauer nicht mit rußlanddeutschen Baptisten zurechtkommen? Hält er sie vielleicht für die Nachfahren der Münsteraner Wiedertäufer? Die hatten ja seinerzeit die Stadt Münster auf den Kopf gestellt mit ihrem Schreckensregiment. Sie hielten die Stadt Münster für das Neue Jerusalem, und es herrschte Chaos und Brutalität in der Stadt in Namen eines falschen “Evangeliums”. Heute gibt es bei manchen Katholiken eine Tendenz alle Baptisten zu Münsteraner Wiedertäufern zu erklären, dabei sollten sich diese Katholiken einmal fragen, warum diese Münsteraner Wiedertäufer so gewaltsam überreagierten. Denn was ihre Kirche über die vorgehenden 1000 Jahre an Massakern anrichtete, läßt das Münsteraner Schreckensregiment wie eine Runde Topfschlagen aussehen. Die Münsteraner werden zwar als Wiedertäufer bezeichnet, aber sie waren Irrlehrer, die nicht die wahren Lehren der Wiedertäufer widerspiegeln. Man darf die Geschichte nicht verspiegeln. Aber Sven Adenauer kommt aus katholischem Haus, und von Gütersloh ist es nicht weit bis Münster. Vielleicht hat Sven Adenauer einen solchen Groll gegen  die rußlanddeutschen Baptisten, weil er über die Ereignisse in Münster 1534 desinformiert ist. Aber vielleicht hat der Mann tatsächlich Angst vor den widerspenstigen Täufern. Damals als die Katholiken die Stadt wieder eroberten, wurden die Leichen der Anführer der Münsteraner Wiedertäufer in Käfige gesteckt, die auf dem Glockenturm der Münsteraner Lambertikirche angebracht sind. Die Käfige sind noch heute da. Herrr Adenauer scheint es zu faszinieren, täuferische Christen auch heute in Käfige zu sperren. Was in Nordrhein-Westfalen passiert, ist ein Affront auf die Glaubensfreiheit in Deutschland.

Herr Sven Adenauer erinnert mich an den Saulus, der später zum Paulus wurde. Ich bete davor, daß der Saulus Adenauer zum Paulus Adenauer wird. Gott kann es tun! Der Saulus meinte, er würde seiner Religion und seinem Staat einen Gefallen tun, als er die ersten Christen gefangen nahm und der Steinigung des Stephanus zustimmte. Der Saulus wollte nur nüchtern seine Pflicht tun und die abtrünnigen Anhänger der neuen Lehre zur Einhaltung des jüdischen Gesetzes bringen. Saulus mußte deshalb Zwangsmaßnahmen anwenden. Ob Gütersloh oder Jerusalem, es ist die gleiche alte Geschichte. Der Saulus wollte auch alles schon recht und ordentlich tun. Deshalb erbat er sich Briefe vom Hohenpriester. Er wollte es also schwarz auf weiß, daß er diese Christen drangsalieren konnte. Apg. 9! Saulus wollte offizielle Vollmacht und Erlaubnis von den Priestern, um die Christen zu erfolgen. Apg. 26:12. Alles schön penibel korrekt! Aber dann sah dieser Saulus aufeinmal, daß er nicht nur ein paar Menschen verfolgte, sondern den Herrn Jesus selbst. Auf dem Weg nach Damaskus sprach der Herr zu Paulus: “Ich bin Jesus, den du verfolgst.” Wer die Christen verfolgt, der verfolgt in Wirklichkeit Jesus, denn die Christen sind der Leib Christi, und Christus wohnt in den Christen durch den Heiligen Geist. Alle Christen sind durch den Heiligen Geist zu einem Leib getauft. Dieser Leib Christi ist die wahre unsichtbare, geistliche Gemeinde (1. Kor. 12:13, Eph. 1:22,23), die sich in dieser Welt in lokalen Gemeinden manifestiert. Die unsichbare, geistliche Gemeinde schließt die lokale Gemeinde nicht aus, sondern ermöglicht sie. Wenn wir nicht erst geistlich eins sind in Christus, gibt es keinen Grund sich lokal zu versammeln. Heute muß es unser Gebetsanliegen sein, daß sich solch ein Saulus wie Sven Adenauer bekehrt und zum Paulus wird. Er könnte dann seine Funktion als Landrat benutzen, um den Christen, die Heimschule praktizieren, den Rücken freizuhalten. Beten wir dafür, daß der Heilige Geist diesen Mann von seiner Sünde überführt, daß er den Herrn Jesus um Vergebung und Rettung seiner Seele bittet, damit er mit Gott versöhnt wird und zu einem wiedergeborenen Kind Gottes wird. Hoffentlich werden Bekehrungen nicht zur Mangelware.

Beten wir wieder, wie zu den Zeiten Konrad Adenauers. Damals geschah das Unglaubliche. Dann sehen wir den Sieg! Gleichwie deutsche Kriegsgefangene aus Rußland befreit wurden, so können heute Christen befreit werden, die ihre Kinder zu Hause unterrichten – und ein Adenauer kann dabei helfen!

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