Okt 19 2008

Ingo Breuer

Auferstehung Christi: Was geschah am leeren Grab?

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Viele Menschen glauben, daß Jesus gestorben ist. Wenige glauben, daß er von den Toten auferstanden ist. Dabei ist die Auferstehung der Dreh- und Angelpunkt des Glaubens, denn von dorther stammt unsere Hoffnung auf ewiges Leben. Ohne Auferstehung würde auch die christliche Gemeinde eine sinnlose Versammlung sein, da sie ja nur aus Menschen bestehen soll, die die Kraft der Auferstehung erfahren haben.
Die Auferstehung Christi:
 
beweist, daß Jesus Gottes Sohn ist. Jesus sagte, daß er Macht habe, sein Leben zu lassen und es wieder zu nehmen. Joh. 10:17,18. Jesus kündigte dreimal seinen Tod und seine Auferstehung im voraus an.
 
verifiziert die Wahrheit der Schrift. Im Alten Testament sowie in den Lehren Jesu wird die Auferstehung angekündigt. Wäre Jesus nicht auferstanden, dann wären diese Schriftstellen nicht wahrheitshemäß. Ps. 16:10, 110:1, Hiob 19:25-27. Jona im Bauch des großen Fisches ist auch ein Symbol für Tod, Begräbnis und Auferstehung. Mt. 12:39,40.
 
sichert uns unsere eigene zukünftige Auferstehung zu. Weil Jesus gestorben und auferstanden ist, sollen auch wir aus den Toten auferweckt werden, um wie Er zu sein. 1. Thess. 4:13-18. 1. Kor. 15:50-58. Die ganze Struktur des christlichen Glaubens ruht auf dem Fundament der Auferstehung. Ohne die Auferstehung Christi wäre unser Glaube vergeblich und wir hätten keine Hoffnung. 1. Kor. 15:14-19.
 
ist Beweis für ein zukünftiges Gericht. „Weil er einen Tag festgesetzt hat , an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“ Apg. 17:31. Der Retter wird auch einmal Richter sein.
 
ist die Grundlage für die himmlische Priesterschaft Christi. Es heißt über Jesus, daß er in Ewigkeit bleibt und ein unübertragbares Priestertum besitzt. Darum sitzt Christus jetzt zur Rechten Gottes und lebt, um für uns einzutreten. Hebräer 7:23-28. Es heißt von Jesus, daß er ein Priester nach der Weise Melchisedeks ist. Psalm 110. Melchisedek taucht in 1. Mose 14 auf und segnet Abram nachdem er in einer Schlacht seinen Neffen Lot befreit. In Hebräer 7:3 heißt es dann, daß Melchisedek weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens hat. Deshalb wird spekuliert, ob die Erscheinung des Melchisedeks in 1. Mose 14 vielleicht eine frühe Verkörperung des Herrn Jesus Christus ist. Gott offenbarte sich ja auch an anderer Stelle in Menschengestalt wie etwa in 1. Mose 18, 1. Mose 32:25-33, Daniel 3:25. Der Name Melchisedek weist jedenfalls auf Jesus Christus, denn er bedeutet „König der Gerechtigkeit“. Melchisedek war König von Salem also „König des Friedens“. Dabei wird er auch Priester Gottes, des Allerhöchsten genannt. Er ist also König und Priester zugleich, was bei den levitischen Priestern unter dem Gesetz Mose nicht der Fall war. Jesus Christus ist Prophet, König und Priester. Melchisedek brachte Brot und Wein in 1. Mose 14 und das sind die Sinnbilder für den stellvertretenden Tod Christi zur Sühnung unserer Sünden. Mt. 26:26-29.
 
gibt uns Kraft zum christlichen Leben. Wir können nicht aus eigener Kraft für den Herrn leben. Nur wenn die Kraft seiner Auferstehung in uns wirkt, können wir seinen Willen tun und Ihn verherrlichen. Römer 6:4, Gal. 2:20. Christus muß in uns leben. Durch unserer guten Taten können wir Gott nicht beeindrucken. In der Bergpredigt in Mt. 7:21-23 warnt Jesus vor denen, die meinen, viele Wundertaten vollbracht zu haben, aber letztlich kennen sie Jesus nicht. Die persönliche Beziehung ist also wichtiger als die Menge der guten Werke. Das lernen auch Martha und Maria in Lukas 10:38-42. Die Kraft zum Leben kommt aus Christus allein, aus unserer Verbundenheit mit Ihm. Joh. 15.
 
sichert uns unser zukünftiges Erbe zu. Ohne Christus gibt es keine Hoffnung. Da ist zum ersten die Hoffnung auf das ewige Leben. Die Hoffnung auf einen neuen verklärten Leib. Die Gläubigen werden als Miterben Christi bezeichnet (Römer 8:17). Es heißt, daß wir mit Christus regieren werden.
Alle vier Evangelien zeugen von der Auferstehung Christi. Allerdings sind die einzelnen Berichte über die Auferstehung etwas unterschiedlich. Im Johannesevangelium war Maria Magdalena allein am Grab. Im Lukasevangelium gingen mehrere Frauen zum Grab. Im Markusevangelium war ein Mann im Grab. Im Lukasevangelium ist von zwei Männern die Rede. Manche Leute haben hier schon vorschnell „Widersprüche“ in der Bibel gefunden und der Glaube hat Schiffbruch erlitten.
Dabei müssen wir aber auch feststellen, daß sich trotz dieser „Differenzen“ viel Gemeinsames findet. Alle Evangelien bezeugen die Auferstehung. Alle Evangelien bezeugen ein leeres Grab. Alle Evangelien sprechen vom ersten Tag der Woche nach dem Sabbat. Alle Evangelien beschreiben Engelserscheinungen. Alle Evangelien bezeugen, daß Maria Magdalena anwesend war und wohl die erste und hingebungsvollste Zeugin der Auferstehung war.
Die Differenzen zwischen den Berichten von den Ereignissen am Auferstehungsmorgen sind keine „Widersprüche“, sondern es werden uns mehrere Begegnungen am leeren Grab geschildert. Die Frauen und Jünger sind ja sicherlich nicht nur einmal am leeren Grab gewesen, sondern es gab ein ständiges hin und her. Können Sie sich das Staunen und die Freude vorstellen, als sie entdeckten, daß Jesus lebt? Sie wollten den Leichnam salben und mußten feststellen, daß es keinen Leichnam gab, sondern einen lebendigen Heiland. Man sollte deshalb einmal versuchen, die vier Berichte über die Auferstehung in eine logisch richtige Reihenfolge zu bringen und dann braucht man sich nicht um angebliche Widersprüche zu sorgen.
 
Wie könnte eine logisch richtige Reihenfolge der Ereignisse am Morgen der Auferstehung aussehen?
Maria Magdalena geht mit anderen Frauen zum Grab. Mt. 28:1-4. Mk. 16:1-4. Lk. 24:1-3.
Obwohl Joh. 20:1 nur von Maria Magdalena spricht, so sind auch hier mehrere Frauen mit ihr gewesen, denn in Joh. 20:2 sagt sie „wir“. Sie sagt also selber, daß sie nicht allein am Grab war.
Maria Magdalena läuft umgehend und sagt es Petrus. Joh. 20:2. Die anderen Frauen, allen voran die andere Maria (Mutter von Jakobus und Joses), erleben die Erscheinung eines Engels (Mk. 16:5-8 & Mt. 28:5-7). Obwohl ihnen vom Engel gesagt wird, sie sollen den Jüngern und Petrus sagen, daß Jesus ihnen nach Galiläa vorangeht, zitterten sie und sagten niemand etwas. Mk. 16:8.
Nach einem Moment des Unglaubens gingen Petrus und Johannes zum Grab und gingen wieder fort. Joh. 20:3-10. Lk. 24:12.
Danach bleibt Maria Magdalena am leeren Grab, sieht die 2 Engel, und Jesus erscheint ihr. Joh. 20:11-18. Es wird deutlich gesagt, daß Jesus zuerst der Maria Magdalena erschien. Mk. 16:9,10. Maria geht hin und sagt den Jüngern, daß ihr Jesus erschienen ist. Die trauerten und weinten bis dahin, weil sie nur das leere Grab gesehen hatten, aber nicht wußten, wo Jesus ist und nicht an die Auferstehung glaubten. Mk. 16:10,11.
In der Zwischenzeit gehen die anderen Frauen mit der anderen Maria zum Grab und es erscheinen ihnen zwei Engel. Lukas 24:4-10. Diesmal empfangen sie die Botschaft und gehen schnell hin und wollen es auch den Jüngern verkünden. Auf dem Weg erschient auch ihnen Jesus. Mt. 28:8-10.
Die Frauen sind wohl mehrmals zum Grab gegangen. Beim einen Mal erschien ihnen nur ein Engel Matthäus & Markus). Es wurde ihnen gesagt, sie sollen hingehen und es den Jüngern sagen. Sie waren aber voll Furcht und Zittern und gingen auch nicht los zu den Jüngern. Beim andern Mal erscheinen ihnen zwei Engel (Lukas) und nachdem ihnen wieder aufgetragen wurde, es den Jüngern zu sagen, gingen sie schnell mit Furcht und Freude hin. Es handelte sich wohl auch um eine größere Gruppe von Frauen, die nicht gleichzeitig am leeren Grab angetroffen ist sondern zeitversetzt. Lediglich Maria Magdalena war wohl zuerst da. Sie ging aber unverzüglich zu den Jüngern noch bevor ein Engel erschien (Joh. 20:1-3). Marias Botschaft war lediglich: „Jesus ist weg. Wir wissen nicht, wo er ist.“ Nach den Engels- und Christuserscheinungen kamen die Frauen wieder zu den Jüngern mit der Botschaft, daß Jesus nach Galiläa vorangeht. Dort sollen sie auch hingehen, um Ihn zu sehen.
An diesem Morgen haben sich die Ereignisse überschlagen. Die Aussagen einzelner Zeugen sind deshalb nicht vollständig. Deshalb ist es für manche auch schwierig, die verschiedenen Berichte der Evangelien in eine logische und chronologische Reihenfolge zu bringen. Man kann der Bibel aber nicht vorwerfen, daß die Aussagen über die Auferstehung widersprüchlich sind. Es gibt mehr Widersprüche über den Tod von John F. Kennedy, Uwe Barschel oder Rudolf Heß.
Die Jünger Jesu waren zuerst äußerst ungläubig. Und noch heute sind viele Menschen ungläubig, wenn es um die Auferstehung Christi geht. Dabei ist der Herr Jesus dann den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus sowie mehrmals in ihren Versammlungen hinter verschlossenen Türen erschienen. Dem zweifelnden Thomas sagt Jesus: „Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast; glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ Joh. 20:29. Damit sind wir gemeint!

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