Dez 26 2008
Die evangelikalen Missionare

Die mit Bundesmitteln geförderte Zeitung “Q-rage”, die Anlass zu scharfen Kontroversen mit der Bundeszentrale für politische Bildung gab, ist nun aus dem Internetportal “Schule-ohne-Rassismus” entfernt.
Das Internetportal “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” ist ein Projekt des Vereins “AktionCourage e.V.”, das von verschiedenen staatlichen Stellen, insbesondere der Bundeszentrale für Politische Bildung (BpB) gefördert wird. Das Projekt wurde gegründet, um Rassismus zu bekämpfen. Ende November erschien die Zeitschrift “Q-rage” mit der 4. Ausgabe, die einen Artikel “Die evangelikalen Missionare” enthielt. In diesem Artikel wurden allerdings nicht der Rassismus, sondern die evangelikalen Christen in Deutschland bekämpft. So wurde behauptet, die Evangelikalen verbreiteten verfassungsfeindliche Ideologien. Der Präsident der BpB stellte die Evangelikalen sogar auf eine Stufe mit den Islamisten, weil sie angeblich wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen würden.
Nach scharfem Protest des Generalsekretärs der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, und des Geschäftsführers des Christlichen Medienverbundes, Dr. Wolfgang Baake, gegen die Verleumdung evangelischer Christen, distanzierte sich der Präsident der BpB, der ehemalige SPD-Abgeordnete des Deutschen Bundestages Thomas Krüger, von einer Gleichsetzung evangelikaler Gruppen mit dem Christlichen Fundamentalismus. Zugleich lud Krüger die Evangelische Allianz ein, mit den Verfassern des Artikels deren Position öffentlich zu debattieren.
Auch der Hochschullehrer für Kommunikation, Prof. Dr. Wolfgang Stock, teilt in einem heute erschienen Gastkommentar bei “idea” die Kritik an der Bildungsarbeit der BpB. “Verleumdung auf Steuerzahlerkosten” lautet sein Fazit. Er hält den Verantwortlichen vor, sich am Aufbau eines neuen “Feindbildes” zu beteiligen, das sich gegen gläubige Christen wendet. “Müssten Christen nicht mehr ihre Stimme erheben?”, fragt er und ermuntert dazu, dies im neuen Kirchenjahr auch zu tun.
Der umstrittene Artikel auf Seite 11 der neuesten Ausgabe der Zeitschrift “Q-rage” war bis zum Ausbruch der Kontroverse im Internetportal von Schulen-ohne-Rassismus unter der URL http://www.schule-ohne-rassismus.org/fileadmin/pdf/q-rage-ausgabe-04-web-komplett.pdf abrufbar. Die umstrittenen Behauptungen konnten so an der Quelle nachgelesen werden. Seit gestern ist diese Zeitungsausgabe, die in der Auflagenhöhe von 1.000.000 Exemplaren an 20.000 deutsche Schulen verteilt wurde, jedoch aus dem Internetportal entfernt. Hier einige Aussagen aus “Q-rage”:
Evangelikale verbreiten “erzkonservative, zum Teil verfassungsfeindliche Ideologien”, womit wahrscheinlich auf das christliche Nein zur Sünde der Homosexualität bzw. das biblische Mandat, daß auch den Juden das Evangelium ihres eigenen jüdischen Messias Jesus gepredigt werden muß bzw. die prophetische Aussage, daß sich zukünftig Israel tatsächlich zu Jesus Christus bekehren wird. Der Artikel unterzieht evangelische Christen einer subtilen, teilweise auch offen feindseligen, schmähenden Kritik. Man unterstellt, daß Jugendliche mit subtilen Methoden der Verführung zum Glauben manipuliert werden. Wage es jemand in Umgebung von Evangelikalen, die Bibel anzuzweifeln, reagierten sie schnell allergisch. Gleichzeitig wertet “Q-Rage” als positiv, wenn eine deutsche Jugendliche zum Islam konvertiert. Christen werden verhetzt, aber Islamkovertiten werden gelobt – und mit ihren Steuergeldern wird es finanziert. Da ist noch viel Potential für Rotstifte. Außerdem stört man sich im “Q-Rage”-Artikel an den Aktivitäten am sog. Christibal 2008 in Bremen, wo angeblich radikale Lebensrechtler namens “Birke” Stimmung gegen Abtreibung gemacht haben. Was ist falsch daran? Christen haben auch Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Abtreibung ist Mord und ein schlimmer Verstoß gegen Menschenrechte und den hippokratischen Eid. Auch wird stört sich “Q-Rage” daran, daß in der Straßenbahn mit Lautsprecher missioniert wurde. Warum stört sich jemand daran? Vielleicht weil die Botschaft des Evangelium die unerlösten Menschen beunruhigt, da sie noch in Sünde leben und nicht an ihre Sünde erinnert werden wollen. Wer an die Dunkelheit gewohnt ist, der kann Licht nicht vertragen. Wenn Gewerkschafter mit Lautsprecher demonstrieren oder Jugendliche auf der Berliner Love-Parade wild heurmgröhlen, dann sei das normal, aber das Predigen per Lautsprecher, das sei dann angeblich nicht normal. Viele Jugendliche haben noch nie Christen in Aktion gesehen und wissen nicht, was das Evangelium ist. Viele müssen erst wieder lernen, daß das ewige Leben, das Heil, kein Anspruch ist. Gott schuldet uns nichts. Der Mensch ist schuldig und von Natur aus unerlöst. Es ist die unverdiente Gnade Gottes, die uns mit Gott versöhnt. Sollte man die Freude darüber, wenn man diese Versöhnung persönlich erfährt, etwa herunterschlucken und verheimlichen. Nein, wir sollen anderen davon sagen. Das ist mit Evangelisation und Mission gemeint.
Der Vorsitzende der “Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB)”, Andreas Späth, der wie die Evangelische Allianz zu den diffamierten evangelischen Christen gehört, zeigte sich über die Entfernung der Zeitung aus dem Internet überrascht. Auch die KSBB hatte über die Vorgänge berichtet. Er könnte sich bei Bedarf jedoch damit behelfen, den Artikel auf Papier nachzulesen, denn die Zeitung ist rechtzeitig vor den Schulferien bei ihm eingetroffen. Die Lektüre dürfte ihm allerdings wenig Freude bereiten, wie ihm anzumerken war.
Es mag unter christlichen Gruppen tatsächlich die schwarzen Schafe geben, die mit manipulativen Methoden Bekehrungen machen, aber man darf natürlich nicht gleich das Baby mit dem Badewasser ausschütten. Emotionale Manipulation existiert in manchen christlichen Kreisen. Teilweise reagieren Christen tatsächlich allergisch, wenn man ihre Interpretation der Lehre kritisiert oder mit anderen Bibelstellen entkräftett. Deswegen bin ich im Dezember 2005 von der Missionary Baptist Gemeinde in den USA exkommuniziert wordern, weil ich die Sonderlehre des “Landmarkism” sowie die Idee, daß die Gemeinde Israel ersetzt hat, oder daß es schon zu Zeiten des ATs Menschen wiedergeboren wurden, abgelehnt habe. Theologisch bin ich dispensationalischer Prämillenialist. Eigentlich bin ich aus dieser Gemeinde ausgetreten und habe eine andere Gemeinde besucht. Da es aber für diese Christen keinen Austritt gibt, wird man sowieso ausgeschlossen. Darauf folgten Briefe und Telefonanrufe, sowie Rückforderungen von Büchern und Kassetten, die man mir früher einmal “geschenkt” hatte. Es ist auch manipulativ, wenn Gemeinden für Neubekehrte den roten Teppich der Überfreundlichkeit ausrollen und einen geradezu mit “Liebe” bombardieren, aber einen anschließend links liegenlassen und beim Verlassen der Gemeinde frech mit frommen Drohungen ankommen. Wer gerne Menschen zu Jesus führt, muß aufpassen, daß er nicht mit Lüge und Hinterlist, Menschen zum Glauben überredet. Die Worte des Paulus in 2. Kor. 12:16 – “weil ich aber schlau bin, habe ich euch mit List gefangen” – sollten keinem Seelengewinner zum Vorwand dienen, mit Hinterlist zu argumentieren. Es ist falsch, einem suchenden Menschen, die heile Welt des Glaubens und des Gemeindelebens zu versprechen. Die Gemeinde Jesu ist (noch) keine heile Welt. Die heile Welt beginnt nach dem Richterstuhl Christi! Bis dahin finden sie überall Dreck am Stecken. Christen, die andere Menschen zum Glauben führen, sollten nicht mit den Methoden eines Gebrauchtwagenhändlers arbeiten. Gebrauchtwagenhändler verschweigen manchmal so einige negative Details über das Produkt, das sie verkaufen. Manche Christen tun dasselbe. Sie verschweigen dem Neubekehrten die ganze Wahrheit über die Lehre ihrer Kirche und packen erst dann mit der ganzen Wahrheit aus, nachdem der Neubekehrte ihrer Gemeinde beigetreten ist. Dann fühlt sich dieser neue Christ erst einmal betrogen. Aber all die Formen von Manipulation und Verführung in manchen christlichen Kreisen sind Nichts im Vergleich zu der Manipulation und Verführung der Jugend an Schulen, wo gegen Glaube und Bibel aufgehetzt wird und eine fürchterliche Sexualisierung stattfindet. An Schulen wird jetzt das “Feindbild Christ” geschaffen und eine ganze Generation in den Unglauben geschickt. Was werden die ewigen Folgen für die Ablehnung Christi sein?
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