Okt 24 2009
Geistestaufe
Eine fürchterliche Irrlehre, die heute viele christliche Gemeinden in Streit und Zerrüttung führt, ist die Behauptung, daß nach der Bekehrung noch ein weiteres Erlebnis nötig ist, das von den Irrlehrern als Geistestaufe bezeichnet wird, die dann von sog. “Zungenrede” begleitet sein soll. Die Irrlehre äfft die Ereignisse um den Pfingsttag (Apg. 2) nach, als der Heilige Geist ausgesandt wurde auf die Gläubigen, um bleibend in ihnen zu wohnen, und geht davon aus, das die Gläubigen von heute, ein ähnliches Ereignis haben sollen. So wurde vielen bekehrten Christen suggeriert, daß die Bekehrung noch nicht alles ist, was zum christlichen Leben gehört. Sie sollen nach der Geistestaufe begehren und dann die Gaben des Heiligen Geistes empfangen, die z. B. in 1. Kor. 12 erwähnt sind.
Geistliche Mißbräuche
Die Pfingstler- und Charismatiker-Bewegung unterstellt oft, daß sie allein eine lebendige Gemeinde seien, in denen der Heilige Geist frei wirkt, während die anderen Gemeinden, die nicht diese angebliche Erfahrung mit dem Heiligen Geist haben, geistlich tot und langweilig sind und deren christliches Leben nur aus “Satzungen” besteht. Die Pfingstler und Charismatiker fördern eine falsche Religion, die einseitig auf persönlichen Geistes-Erfahrungen und Erlebnissen beruht, während man die Autorität der Heiligen Schrift vernachlässigt. In den pfinstlich-charismatischen Gemeinden kommt es auch zu sonderbaren Erscheinungen, die nun wirklich an Spuk grenzen und nicht an das Wirken des Heiligen Geistes. Da sind Menschen die wild schreien, sich wild auf dem Boden wälzen oder bellen, krähen oder sonstige unkontrollierte Laute von sich geben. Die Kirchen dieser Bewegung werden oft wie Unternehmen geführt mit angegliedertem Shop, Verlag und kostenpflichtigen Veranstaltungen. Das Kirchenmitglied ist eigentlich nur Kunde eines “Pastors”, der eine Art Alleinunterhalter ist, der seine Produkte vermarktet und sich mit den Spenden und Einkünften ein Medien- und Immobilienimperium aufbaut. Der amerikanische Fernsehprediger Benny Hinn hat sich mit den Spenden eine Villa in Kalifornien (geschätzter Wert $10 Millionen) gekauft und fliegt mit Dove One (Taube Eins Kennung N352BH), einem Gulfstream-Privatjet, zu seinen weltweiten Heilungs-Kreuzzügen. Dort legt er dann Menschen die Hand auf, die dann rücklings umfallen. Benny Hinn ist bislang noch nicht in ein Krankenhaus gegangen, um dort auf diese Weise Menschen zu “heilen”. Stattdessen besucht er exklusive Hotels und Restaurants, während der Gulfstream-Privatjet in Mailand oder London Zwischenstopp macht.
Falsches Evangelium
Die angeblich Geistgetauften verbreiten auch noch die Irrlehre des Wohlstandsevangeliums: Wer richtig glaubt, wird reich! Du mußt nur einen Samen säen und du wirst eine gute Ernte bekommen. Hier wird das biblische Grundprinzip vom geistlichen Säen und Ernten pervertiert, um Menschen abzuzocken. Die Praxis in pfingstlich-charismatischen Kreisen artet dahingehend aus, daß Leichtgläubige meinen, der Segen Gottes sei käuflich. Mit dem Begriff “Samen pflanzen” ist natürlich eine Geldspende gemeint. Die “Ernte” mag sein, daß man wie durch ein Wunder eine Gehaltserhöhung oder sonst einen unerwarteten vielfachen Geldeingang hat. Leider passiert meistens nichts. Der Segen Gottes ist nicht käuflich (Apg. 8:18-24).
Heilung per Fernsehen
Heilung von Krankheit und körperlichen Gebrechen ist sogar per Fernsehen möglich. Man braucht lediglich einen Kontaktpunkt, indem man zum Beispiel die Hand auf den Bildschirm legt, während der Heilungsevangelist im Fernseher betet. Hier wird natürlich eine solche Erwartungshaltung durch sentimentale Musik und begeisterte Wortgewalt aufgebaut, daß letztlich immer wieder “Zeugnisse” von angeblichen Heilungen ankommen.
Salbung
Bei den Pfingstlern und Charismatikern wird häufig von “Salbungen” gesprochen. Das scheint etwas für Hyper-Heilige zu sein, die sich mit ihrer Geistlichkeit aufblähen, wenn sie davon prahlen, daß sie unter der “Salbung des Herrn” stehen, um Kranke zu heilen oder Sonderbotschaften zu empfangen. Das Wort “Salbung” kommt im Neuen Testament nur in 1. Joh. 2:20,27 und damit wird bezeichnet, daß der Heilige Geist jeden Gläubigen erfüllt seit der Bekehrung und uns in alle Wahrheit führt. So muß man vom Heiligen Geist erfüllt sein, um wirklich die Bibel zu verstehen, denn dem natürlichen Menschen ist der Inhalt der Bibel eine Torheit (1. Kor. 2:14). Ansonsten sind die Ältesten in christlichen Gemeinden damit beauftragt, Kranke zu salben (Jak. 5:14,15). Gott kann Krankheit heilen, wenn es für sie heilsam ist. Gott läßt sich erbitten. Wir sind nicht einem blinden Schicksal ausgeliefert. Nichts geschieht ohne Seine Einwilligung.
Was sagt die Bibel?
Die sog. Geistestaufe existiert nicht. Wer heute meint, er würde mit Zungen reden oder prophetische Worte empfangen, der hat sich dämonischem Spiritimus geöffnet.
Die Fülle des christlichen Lebens ist in Jesus Christus.
Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig,10 und ihr seid vollkommen in ihm, welcher ist das Haupt aller Fürstentümer und Obrigkeiten. Kolosser 2:9
Wer Jesus hat, hat auch den Heiligen Geist. Wer zum Glauben an Christus gekommen ist, der hat Christus in sich wohnen durch den Heiligen Geist und braucht sich nicht um eine weitere “Geistestaufe” zu sorgen. Der Heilige Geist wirkt ja schon in uns in der Bekehrung, wenn wir wiedergeboren werden. Ein Christ ist aus Geist geboren (Joh. 3:3-8, Rö. 1:12). Der Geist wohnt in unserem Herzen (Rö. 5:5), stärkt uns im Kampf gegen das Fleisch (Rö. 8) und besiegelt die zukünftige Erlösung unseres Leibes (Eph. 1:13,14).
Geistesfülle statt Geistestaufe
Kein Christ sollte sich von denen unzufrieden machen lassen, die mit “tiefen und gewaltigen Erfahrungen” des Geistes prahlen und sich selbst an den angebl. “Kraftwirkungen” berauschen. Was im christlichen Leben zählt, ist die Geistesfülle. Die Jünger in Apg. 4:23-31 beteten um die Geistesfülle. Wir sind besser befähigt, Gott zu dienen, wenn wir voll des Heiligen Geistes sind. Die ersten Almosenpfleger der Gemeinde sollten voll Heiligen Geistes sein (Apg. 6:3). Stephanus ist ein gutes Beipiel (Apg. 6:8). In Epheser 5:18 wird uns empfohlen uns nicht mit Wein voll zu saufen, sondern voll Heiligen Geistes zu sein. Wer voll sein will mit Gott, der muß sich erst einmal leeren. Raus also mit der Sünde und den Dingen, die uns von Gott abhalten. Dann kommt Geistesfülle. Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, der sündiget an seinem eigenen Leibe. 1. Kor. 6:19. Wer den Leib durch Unzucht und Unreinheit entehrt, braucht nicht mit Geistesfülle zu rechnen. Wir müssen uns selbst rein halten (1. Tim. 5:22). Die Fülle mit dem Heiligen Geist befähigt uns, Frucht zu tragen für unseren Herrn (Galater 5:22,23). Wir sollen unseren Leib Gott darbringen als lebendinges Opfer (Rö. 12:1). Rückhaltlose Hingabe aller Lebensbereiche an Gott ist der Weg zur Geistesfülle. Wer zurückhält und gewisse Lebensbereiche für sein sündhaftes Ego einbehält, kommt nicht zur Geistesfülle. Die Irrlehre von der Geistestaufe will nur emotionale und spektakuläre Erlebnisse, Euphorie, Hysterie. Niemals hat Geistesfülle etwas mit ekstatischen Zuständen zu tun. Geistesfülle hat jedoch mit geistlicher Reife und Wachstum zu tun und deshalb auch immer mit Gehorsam zu Gott. Gläubige Christen sollen den Heiligen Geist nicht dämpfen (1. Thess. 5:9) und ihn auch nicht betrüben (Eph. 4:30), indem wir z. B. Böses in unser Herz lassen oder Gott mißachten.
Mit Geist und mit Feuer getauft
Johannes der Täufer predigt davon, daß der nach ihm kommt, mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen wird (Mt. 3:11). Die Pfingstler leiten daraus den Begriff der Geisttaufe ab. Das ist falsch. Johannes spricht zu den religiösen Führern des Judentums. Was ist der Zusammenhang dieser Rede? Gott fordert ein höheres Maß an Rechtschaffenheit von ihnen. Wer jetzt nicht Frucht trägt, der wird ins Feuer geworfen. Feuer ist hier nicht im Sinne von brennender Liebe (Rö. 12:11) oder brennendem Eifer für Gott zu sehen, sondern als vernichtendes, zerstörendes Feuer. Niemand sollte eine Feuertaufe begehren, denn dort wird die Spreu verbrannt in ewigem Feuer. Feuertaufe bedeutet also nicht, daß irgendetwas Übernatürliches passiert und man auf einmal “Feuer und Flamme” für Gott ist. Die Verheißung, daß Jesus mit Heiligem Geist taufen wird, ist damit abgegolten, daß am Pfingsttag der Heilige Geist ausgegossen wurde und seitdem den Leib Christus, die Gemeinde, formt, dem jeder Gläubige durch die Wirkung des Heiligen Geistes einverleibt ist. Davon lesen wir in 1. Kor. 12:13: “Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu einem Geiste getränket.” Der Heilige Geist hat unterschiedlich gewirkt zu verschiedenen Zeitpunkten. In der alttestamentlichen Zeit war der Heilige Geist über einigen auserwählten Personen (Könige, Priester, Richter, Propheten …). Im Neuen Testament haben wir eine Übergangszeit. Technisch ist die Zeit bis zum Kreuzestod Jesu dem mosaischen Gesetz zuzuordnen. Das Neue Testament tritt erst auf Golgatha in Kraft (Hebräer 9:16,17). Die Verheißung des Geistes erfüllte sich am Pfingsttag, dem eigentlichen Geburtstag der Gemeinde. “Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Heilige Geist war noch nicht da , denn Jesus war noch nicht verkläret.” Joh. 7:39. Damit ist die Übergangszeit noch nicht beendet, denn die erste Gemeinde bestand nur aus bekehrten Juden. Es erfoderte spezielle Wunder und Kraftwirkungen (1. Kor. 1:22), um die bekehrten Juden zu der Einsicht zu bringen, daß die Gnade Gottes auch den Nichtjuden galt. So wurde der Heilige Geist z. B. bei einigen Gruppen durch Handauflegen vermittelt. Damit ist nicht die Geisttaufe gemeint sondern die Wiedergeburt gemeint. Bei Kornelius, dem Heiden, ist es anders. Bei seiner Bekehrung, fiel der Heilige Geist, sobald er an Christus gläubig wurde (Apg. 10).
Die Geistesgaben
In 1. Kor. 12 ist von 9 Geistesgaben die Rede. In Römer 12 nur von 7 Geistesgaben. In 1. Petrus 4 finden wir noch 2 Geistesgaben. Was immer die aktuellen Gaben sind, sie sind nur zum gemeinen Nutzen der christlichen Gemeinde bestimmt. Sie sind nicht dazu bestimmt, daß sich Hyer-Geistliche damit ihr Ego aufblähen und diejenigen verachten, die angeblich “nur das Wort aber nicht den Geist haben” bzw. “nur über den Heiligen Geist reden, ihn aber nicht haben.” In Hebräer 2:3,4 wird sogar schon in der Vergangenheitsform gesprochen, wenn es um die Kräfte und Austeilungen des Geistes geht.
Lügenzeichen in der Endzeit
Gott hat stets Zeichen und Wunder benutzt, um dem Volk Israel die Wahrheit zu bezeugen und es zu bewahren. Gott ist auch heute fähig, auf wunderbare Weise zu wirken. Fraglich ist jedoch, ob Er dazu geldgierige Heilungsevangelisten, Ekstase-Zustände und wildes, unordentliches Geplärr gebraucht. Die großen pfingstlich-charismatischen Prediger haben dem christlichen Glauben sehr stark geschadet durch ihre Heuchelei und Gier angefangen, so daß sich viele Menschen als Resultat völlig vom Glauben losgesagt haben. Natürlich sündigen auch diejenigen, die von Gott abfallen, weil sie das schlechte Vorbild anderer Christen als Vorbild nutzen. Es gibt keinen Grund, an Gott Ärgernis zu nehmen. Wehe aber denen, duch die das Ärgernis zustande gekommen ist. Die Bibel warnt uns, daß in den letzten Tagen vor der Wiederkunft Christi der Antichrist derjenige ist, der die Menschen mit Zeichen und Wundern verführt – “lügenhaften Kräften und Zeichen und Wundern” (2. Thess. 2:9), “und seine tödliche Wunde ward heil” (Offb. 13:3), “und tot große Zeichen” (Ofb 13:13,14). Vorsicht also vor Predigern, die Tickets für Großveranstaltungen verkaufen, in denen dann sogar Tote auferstehen.
Ein Kommentar
Ein Kommentar to “Geistestaufe”

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Vielen Dank für dfen wirklich sehr guten Artikel.
Gerade immer mehr junge Christen werden von der charismatischen Störmung verführt und diese Irrlehre breitet sich in immer mehr Gemeinden aus, zB. durch "Pro Christ".
Sehr gut zu diesem Thema passt auch der Vortrag:
" Die Versuchung im evangelikalem Raum" von Lothar Grassmann.
Das, was Charismatiker den "hl. Geist" nennen, das ist rein biblisch gesehen eine Verspottung des hl. Geistes. Zudem sind ekstatische Zustände, Herumlallen (das ist KEIN bibl. Zungenreden, was in charism. Gem. betrieben wird), umfallen etc. ein Zeichen der Überführung.