Monatsarchiv für März 2010

Mrz 30 2010

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Ingo Breuer

Weder freiheitlich, noch demokratisch!

Abgelegt unter Gesellschaft

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Eine Euskirchener FDP-Politikerin bezeichnet Christen in ihrer Umgebung als “Parallelgesellschaft”. Wer sich heute an die Gebote Christi hält, der ist in dieser Gesellschaft schon “verdächtig”. Hintergrund dieser Bemerkung war ein Besuch von Lokalpolitikern bei der von Mennoniten gegründeten Realschule. Eine FDP-Politikerin fordert auch die Mitwirkung der Bezirksregierung, was die Einhaltung von Lehrplänen (speziell bei der Sexualerziehung) angeht. Das heißt konkret: Antichristliche Sexualisierung und Gender Mainstreaming (freiwählbare Geschlechtlichkeit) gehören in NRW zum Pflichtprogramm, das allen beeindruckbaren Kindern aufgezwängt wird, damit ihr Gewissen schon im jüngsten Alter Schaden nimmt. Selbst christliche Schulen sollen von Behörden gedrängt werden, die unchristlichen Lehren zu unterrichten. Frau Milbert unterstützt damit eine Politik, die Christen zwängt, dem Kaiser zu geben, was eigentlich Gott gehört. Genau auf diese Fehlentwicklung in der Politik reagiert die Manhattan-Erklärung:
Christen bekennen, Gott allein ist Herr über das Gewissen. Freiheit von religiösem Zwang ist Eckstein eines ungefesselten Gewissens. Keinen darf man gegen seinen Willen zwingen, sich einer Religion anzuschließen. Ebenso wenig darf man gläubigen Menschen verbieten, Gott nach dem Geheiß ihres Gewissens zu huldigen oder ihren tief empfundenen religiösen Überzeugungen frei und öffentlich Ausdruck zu verleihen. Dies gilt sowohl für den Einzelnen, wie auch für religiöse Gemeinschaften.

 

 Wer sich als frei und demokratisch (FDP) bezeichnet, sollte eigentlich darum bemüht sein, sich für individuelle Freiheit, Bildungsfreiheit und Glaubensfreiheit einzusetzen. Aber die FDP ist zur Partei des globalisierten Größenwahns und der gottlosen Gier geworden. Hier ist ein Schreiben an die Stadtverordnete der FDP in Euskirchen:
Sehr geehrte Frau Milbert,  
 
ich war sehr besorgt über Ihre Bemerkung im Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers “Wenig Hoffnung auf wirkliche Integration”, indem sie Christen als Parallelgesellschaft bezeichneten. Das zu einer Zeit, in der Christen in NRW ins Gefängnis weggesperrt werden, weil ihnen Grundrechte und spez. das Recht der Eltern verweigert wird, ihre Kinder gemäß ihren Überzeugungen zu erziehen. In anderen Bundesländern werden christliche Familien so sehr von Behörden tyrannisiert, daß sie in den USA nach Asyl suchen, weil ihnen hier grundlegende Freiheiten und Rechte verweigert werden wegen ihres Glaubens.  
Ich sende Ihnen deshalb als Anlage meine Petition an den Landtag von NRW zu, indem ich für eine echte Dissensregelung im Schulgesetz sowie die Legalisierung von Homeschooling plädiere.  
Integration darf nicht in Zwangs-Umerziehung ausarten und darf Menschen nicht gängeln, ihren Glauben an Jesus Christrus zu verleugnen.  
In NRW muß eine christliche Bildung in Schulen möglich sein. Ich halte es für wichtig, daß sich der Gesetzgeber mehr für christliche Bildung öffnet und es z. B. gestattet, daß Christen von der unbiblischen und schamzerstörenden Sexualerziehung befreit werden.  
 
Auf Ihre Stellungnahme würde ich mich freuen.
 
 Mit freundlichen Grüßen
 
Ingo Breuer
 
In einer Antwort von Frau Milbert wurden meine Aussagen relativiert mit der bizarren Behauptung, daß Kinder in katholischen Schulen nicht geschützt waren. Ich kann dieser Relation nicht nachvollziehen. Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, und es ist keine gute Argumentationsweise, wenn man die Krise in katholischen Einrichtungen als Keule benutzt, um Grundrechte wie Bildungsfreiheit und christliche Bildungsinitiativen pauschal als “verdächtig” abzuwerten.
 
Zwangsweise staatliche Sexualisierung gibt es in Deutschland erst seit 1968 auf Empfehlung der deutschen Kultusminister. Viele Menschen empfanden dies als schamverletzend und einen zu weitreichenden Eingriff in die Rechte der Eltern. Heute wird dieser Bildungszwang von vielen als “gegeben” hingenommen. So verliert der Bürger Tag für Tag seine Freiheit besonders im Hinblick auf Familie, Glaube, Privatsphäre und Privateigentum.
 
Noch 1977 protestierte die Evangelische Kirche gegen diesen Bildungszwang:

Die zwangsweise Sexualisierung der Kinder durch ein besonderes Schulfach oder auch als Durchgangsunterrichtsprinzip muss aufgehoben werden. Denn die bewusste Ausklammerung des sittlichen Aspekts bei gleichzeitigem Abbau … des Schamgefühls reizt zur Frivolität und zum vorehelichen Geschlechtsverkehr. … Der tiefgreifende Einbruch des anarchistischen Neomarxismus in unsere Gesellschaft vor allem in Gestalt der „Kritischen Theorie“ der Frankfurter Schule unter der Bezeichnung „emanzipatorische Bewegung“ hat sich seit Ende der sechziger Jahre an den erziehungswissenschaftlichen Institutionen etabliert. Sie will den Menschen von aller sog. Fremdbestimmung, zu der auch die biblischen Gebote und die elterliche Autorität gerechnet werden, „befreien“.

Ich halte es für wichtig, daß wir christliche Männer in der Politik haben, die sich der Aufgabe widmen, die gottlosen Gesetzesinitiativen seit dieser Zeit rückgängig zu machen. Der Kreuzzug der Neomarxisten gegen Gott und Familie hat den Menschen sehr geschadet. Gar nicht nachzudenken ist über die Tatsache, daß so viele junge Menschen aufwachsen ohne je von Jesus Christus und von dem Evangelium gehört zu haben, aber dabei entscheidet sich an Jesus Christus, ob jemand in den Himmel oder in die Hölle kommt. “Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.” 1. Joh. 5:12.

Es is paradox, wie die Systemparteien in der Wirtchafts- und Arbeitsmarktpolitik einen knallharten Neoliberalismus betreiben, aber in Bildungs- und Familienpolitik einen extremen Neomarxismus betreibt. So wird eine ganze Gesellschaft nicht nur materiall sondern auch spirituell abgewrackt. Ausgerechnet eine FDP-Politikerin fordert in der Bildungspolitik den Marxismus, den sie sich in der Wirtschaftspolitik niemals erlauben würde.

In der Euskirchener Innenstadt hatte die FDP auch einen Wahlkampfstand für die kommende Landtagswahl. FDP-Mitglieder verteilten Ostereier. Auch mir wollte man solch ein Osterei überreichen. Ich lehnte das Osterei ab, mit dem Hinweis, das ich einer Parallelgesellschaft angehöre als Christ. Das überraschte FDP-Mitglied wurde von mir über die negativen Bemerkungen ihrer Stadtverordneten unterrichtet, und ich habe nochmals die Forderung zur Legalisierung von Homeschooling betont. Als Antwort erhalte ich meist nur Relativierungen aber keine sachliche Argumentation. Grundrechte sind jedoch nicht durch Einzelfälle, Ausnahmen oder sonstige Umstände zu relativieren. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung sagt:

Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit.

Unsere Grundrechte stammen vom Schöpfer. Eine wirklich freie Gesellschaft hat man nur, wenn man an die biblische Schöpfung glaubt. Evolutionäres Denken ist Ursache von endloser Unterdrückung unter gottlosen Ideologien, die sich eben auf diese Evolution berufen und die Schöpfungsordnung ablehnen. Wenn der Schöpfer nicht anerkannt wird, dann werden Rechte wieder veräußerlich. Unveräußerliche Rechte haben Vorrang vor allen Schulzwängen und sonstigen Interessen der Öffentlichkeit. Wer die unpersönliche “Öffentlichkeit” ist, ist sehr unterschiedlich auslegbar.  Das Individuum muß zählen!

Wer sich als freiheitlich-demokratisch bezeichnet, der muß auch echte Glaubensfreiheit und Bildungsfreiheit gewähren.  Freiheitlich-demokratisch heißt nicht, daß an jeder Straßenecke eine Leiharbeitsfirma entsteht, die als Sklaventreiber unter Pharaoh (2. Mose 1:11) agiert. Aber das Euskirchener Stadtbild wird leider immer mehr durch solche Anblicke verschandelt.

Durch den Segen der Frommen wird eine Stadt erhaben; aber durch den Mund der Gottlosen wird sie zerbrochen. Sprüche 11:11.
 

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