Monatsarchiv für Juli 2010

Jul 31 2010

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Ingo Breuer

Liebe und Gehorsam

Abgelegt unter Glaube

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„Und darin besteht die Liebe, daß wir nach seinen Geboten wandeln; dies ist das Gebot, wie ihr es von Anfang an gehört habt, daß ihr darin wandeln sollt.“ 1. Joh. 5:6.

Viele Menschen wurden zu dem Trugschluß geführt, daß Gottes Gebote beschwerlich oder einengend sind. Sie meinen, sie müßten aus der „Enge“ des christlichen Lebens ausbrechen und Freiheit und Selbstverwirklichung erleben. Das meinte auch der verlorene Sohn, als er aus seinem Vaterhaus auszog.

Wer jedoch dem Trugschluß Satans widerstehen will und bereit ist, umzudenken gemäß Gottes Gedanken, der merkt, daß Gottes Gebote nicht beschwerlich sind. „Daran erkennen wir, daß wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“ 1. Joh. 5:2,3. Sehen Sie, wie Gott Liebe mit Gehorsam verbindet? Die Menschen meinen, Gehorsam habe mit bloßer nüchterner Pflichterfüllung zu tun. Wer jedoch im Glauben wächst, erkennt aber, daß Gehorsam gegenüber Gott nicht aus Pflicht oder Zwang geschieht, sondern aus dem Motiv der Liebe. Jedoch zwingt uns die Liebe (2. Kor. 5:14).

Es ist Liebe, die uns dazu bewegt, Gottes Gebote mit Freude zu achten. Das versteht die Welt nicht. Es ist Egoismus, wenn jemand meint, Gottes Gebote seien beschwerlich und das christliche Leben habe zu viele „Auflagen“. Diese Denkweise beweist schlicht und einfach einen Mangel an Liebe zu Gott und den Menschen. Liebe und Gehorsam gehen Hand in Hand. Ungehorsam ist Ausdruck von Lieblosigkeit. Die Gebote Christ sind lediglich praktische Wege, Gott und andere Menschen wahrhaftig zu lieben.

Jesus Christus sagt sogar: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!“ Joh. 14:15. Dies führt uns zu der Erkenntnis, daß sich wahre Liebe in Gehorsam zu Gottes Geboten (und nicht etwa Menschensatzungen) ausdrückt. Umgekehrt können wir dann aber auch sagen: Wer meint, Gottes Gebote sind schwere Auflagen, die uns zu sehr einschränken, dem mangelt es an Liebe.
Wenn wir aber Gottes Gebote halten, dann drückt sich die Liebe Christi praktisch in uns aus. Unser Gehorsam zu Gott muß von Liebe motiviert sein ansonsten ist es nichts nütze (1. Kor. 13:1-3, Mt. 22:37-40). Liebe ist der Zweck, der hinter allen Geboten Gottes steht.

Jesus gebietet uns Buße zu tun. Matthäus 4:17.
Richtig: Wir tun Buße, weil wir Jesus lieben und Seinen Willen in unserem Leben wollen.
Falsch: Wir tun Buße, weil wir auf frischer Tat ertappt wurden oder unsere Ehre verlieren. Überlegen Sie: Judas und Esau taten Buße, aber es war vergebens.

Jesus gebietet uns, daß wir ihm nachfolgen. Matthäus 4:19.
Wir folgen Ihm, weil wir Ihn lieben, in Seiner Nähe bleiben wollen und von Ihm lernen wollen.

Jesus gebietet uns, unser Licht leuchten zu lassen durch gute Werke. Mt. 5:16.
Wir lassen unser Licht leuchten, damit andere aus der Finsternis kommen und Christus ehren. Wir sind dankbar, daß es Menschen gab, die uns genug liebten, um uns aus der Finsternis des Unglaubens zum Licht Christi zu führen.

Jesus hat uns geboten, daß wir versöhnlich sein sollen. Matthäus 5:24,25.
Wir wollen uns mit anderen versöhnen, weil wir dankbar sind, daß wir allein durch Christus mit Gott versöhnt sind, und weil wir anerkennen, daß unser früheres Handeln lieblos war.

Jesus hat uns geboten, daß wir unsere Feinde lieben sollen. Mt. 5:44.
Wir lieben unsere Feinde, weil Christus uns liebte, als wir noch Feinde Gottes waren und durch unseren sündhaften Zustand von Gott getrennt waren. Wir lieben unsere Feinde, weil wir andere Menschen so lieben sollen, wie Chistus uns geliebt hat.

Jesus hat uns geboten, nicht zu gelüsten. Matthäus 5:39.
Wir meiden alle Lust, weil wir unseren Nächsten mehr lieben als uns selbst.

Jesus hat uns geboten, Schätze im Himmel zu sammeln. Mt. 6:19-21.
Wir wollen, daß unser Herz da ist, wo unser Schatz ist – beim HERRN –  und nicht irdische Schätze unsere Beziehung zu Gott beeinträchtigen lassen.

Jesus hat uns geboten, dafür zu beten, daß Gott Arbeiter in die Ernte aussendet. Mt. 9:35-38.
Wir sind ebenso wie Jesus von Mitleid bewegt, wenn wir Menschen ansehen, die ohne Gott leben und ermatten. Deshalb bitten wir für geistliche Leiter und christliche Arbeiter wie Älteste, Diakone, Evangelisten, Missionare. Eine Familie hat die Gebetskarten und Gebetsbriefe von Missionaren gesammelt. Vor dem Abendessen wählt ein Kind zufällig eine Karte eines Missionars. Für diesen Missionar wird bewußt gebetet, daß der HERR ihm Frucht für seine Arbeit gibt.

Jesus hat uns geboten, daß wir Gott fürchten sollen und nicht den Menschen. Mt. 10:26.
Weil wir Jesus lieben, wollen wir auch freimütig ihn bekennen, selbst wenn andere Menschen dann argwöhnisch oder verächtlich auf uns schauen.

Jesus hat uns geboten, daß wir die Kleinen nicht verachten sollen. Mt. 18:10.
Bei den Kleinen handelt es sich sowohl um Kinder als auch um „Unmündige in Christus“, also solche, die erst vor kurzem zum Glauben gekommen sind und noch nicht an Reife gewonnen haben. Aus Liebe wollen wir diesen Menschen kein Ärgernis sein durch Richten, Überforderung oder schlechtes Vorbild. Aus Liebe wollen wir niemand ein Ärgernis oder Anreiz zur Sünde sein. Jesus gebietet darüber hinaus, daß wir Kindern nicht wehren sollen, zu Jesus zu kommen. Aus Liebe sollen wir Kindern von Jesus erzählen, damit sie die Heilige Schrift kennen (2. Tim. 3:15) und zum Glauben kommen. Das ist noch wichtiger als ein Abschluß von der Uni oder die ausschließliche Befriedigung materieller Kinderwünsche. Jesus nahm die Kinder auf und segnete sie (Mt. 19:13-15). Kinder lobten Jesus im Gesang während die Pharisäer sich über Jesus entrüsteten (Mt. 21:15-17).

Jesus hat uns geboten, daß wir von neuem geboren werden sollen. Joh. 3:3-7.
Wir werden von neuem geboren aus Gottes Gnade durch den Glauben, weil Jesus uns liebt. Joh. 3:16. Denken wir an das christliche Lied: Als er am Kreuz hing, war ich in Seinen Gedanken (When He Was On The Coss I Was On His Mind). Wenn wir noch nicht von neuem geboren sind und der Heilige Geist uns erkennen läßt, daß wir noch verloren sind, so wollen wir unverzüglich auf die Einladung zum Glauben eingehen ohne Wenn und Aber.

Jesus hat uns geboten, zu Ihm zu kommen und Sein Joch aufzunehmen. Mt. 11:28-30.
Das Joch des Gehorsams zu Gott ist leichter als die schwere Last der Sündenschuld, die uns sonst von Gott trennt. Weil wir Jesus lieben, wollen wir uns auch von Ihm lenken lassen. Wir nehmen das Joch an, denn wir erkennen Gottes liebevolle Absicht, daß Er uns Ruhe für unsere Seelen geben will.

Jesus hat uns geboten, zu wachen und zu beten. Mt. 26:40.
Enge Freunde können sich stundenlang am Telefon unterhalten. Lieben wir Gott, können wir auch eine Stunde im Gebet verbringen. Wachen und beten wir für unsere Kinder, Verantwortliche in der Regierung, Pastoren, Prediger und Missionare? Sind wir wachsam gegen Einflüsse, die unserem Glaubensleben schaden? Können wir unser Beten unterteilen in Lobpreis, Danksagung, Fürbitte, Nachsinnen, Schriftlesung, Sündenbekenntnis? Liebe motivierte Abraham zur Fürbitte über Sodom (1. Mose 18:16-33); Hiob zur Fürbitte für seine Freunde, die ihn anklagten (Hiob 42:10); Jesus zum Gebet für Petrus (Lk. 22:31,32); Jesus zum Gebet für seine Verurteiler (Lk. 23:34); Stephanus für seine Steiniger (Apg. 7:60); uns zum Gebet für unsere Feinde und Verfolger (Mt. 5:44).

Jesus hat uns geboten, daß wir uns vor der Habsucht hüten sollen. Lukas 12:15.
Wir wollen stets darauf achten, daß der HERR die erste Liebe unseres Lebens ins (Offb. 2:4,5). Nichts und niemand anderes soll diesen Platz in unserem Herzen einnehmen. Habsucht ist gleich Götzendienst (Kolosser 3:5). Wir haben darauf acht, daß nicht irdischer Überfluß unsere Beziehung zu Gott beeinträchtigt. Wir wollen unser Leben nicht durch irdischen Besitz definieren und uns von allen Erbstreitigkeiten fernhalten.

Jesus hat uns geboten, die Ehe zu ehren. Mt. 19:6.
Der Bund zwischen Mann und Frau ist ein Abbild der Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde. Die Gemeinde ist die Braut Christi. Christus ist das Haupt und der Erlöser der Gemeinde. Christus hat sich für die Gemeinde aufgeopfert. Christus reinigt die Gemeinde durch das Wort Gottes. Die Gemeinde folgt, dient und ehrt Jesus. Jesus hört auf das Gebet der Gemeinde, weidet, dient und nährt die Gemeinde. Jesus baut der Gemeinde eine Wohnung (Joh. 14:1-3). Die Gemeinde pflegt regelmäßige Gemeinschaft mit Gott in Versammlungen. Aus diesen Parallelen lassen sich reiche Schätze der Weisheit für das irdische Ehebündnis ziehen.

Christus hat uns viele weitere Gebote gegeben, die allemal Gelegenheiten sind, daß die Liebe Christi durch uns wirkt, wenn wir dem Gebot folgen. Ein Bibellehrer identifiziert sogar 49 allgemeine Gebote Christi in den vier Evangelien. Deshalb müssen wir stets in der Heiligen Schrift forschen, um den Reichtum der Lehre Christi neu zu erkennen.

Aufgabe: Suchen Sie nach anderen Geboten Christi in den 4 Evangelien und listen sie auf, wie durch das Gebot Liebe ausgedrückt wird. Schauen Sie auf diese Liste und prüfen Sie, ob Sie motiviert sind, Christi Geboten zu folgen aus Liebe zu Gott und den Menschen.

Wir sollen über Gottes Wort nachsinnen Tag und Nacht. Ansonsten werden wir es schnell vergessen und in selbstgewählte Wege zurückfallen. Das Nachsinnen über Gottes Wort wird in Psalm 1:2, 63:7, 77:13, 119:15.

So wenig man einen reifen Kirschbaum in 5 Minuten abernten kann, so wenig wird man Gottes Wort verstehen können, wir wir nur ab und zu oberflächlich darüber hinweg lesen oder halbherzig eine Predigt hören.

Auch das ist eine Angelegenheit der Liebe. Wer jemanden liebt, der hört dieser Person auch gerne aufmerksam zu. Nehmen wir zum Beispiel die Maria in Lukas 10:39,42. Wir freuen uns, wenn wir die Stimme vertrauter, geliebter Mitmenschen hören. So ist es auch in der Beziehung zu Gott im Gebet und im Lesen der Bibel. Ein Christ, der die Bibel ablehnt, geringschätzt oder relativiert, der ist wie ein Sohn, der seinen Vater verachtet, ihn absichtlich mißachtet oder ihn für einen „alten Spinner“ hält. Christen, die eifrig ihr Horoskop lesen, aber die Bibel nicht lesen, begehen eine fürchterliche Lieblosigkeit gegenüber Gott. Wie lieblos ist es, wenn ein Kind in einer wichtigen Sache seine eigenen Eltern nicht um Rat fragt und sich stattdessen den gewünschten Rat bei der Schulkrankenschwester oder heimlich im Internet oder in schlechter Gesellschaft von Gleichaltrigen holt? Wie sollen Gott also nicht lieblos hintergehen, sondern wegen all unserer Nöte zu Ihm gehen im Beten ohne Unterlaß und lebenslangem Forschen in der Heiligen Schrift. Wie betrüben wir den Heiligen Geist, wenn wir mit Hingebung täglich die Zeitung lesen aber Gottes Wort lassen wir in der Ecke liegen? Die Bibel ist eigentlich das einzige Buch, das wir zum Leben brauchen. Auch unsere Einstellung zu Gottes Wort ist eine Frage der Liebe.

Folgen und trau’n.
Liebe zu Gott veranlaßt uns auch dazu, Gottes Geboten zu gehorchen, selbst wenn sie für unseren Verstand keinen Sinn machen. Wir werden nie die Fülle des christlichen Lebens erfahren, wenn wir Gott erst dann gehorchen, nachdem wir seinen Willen verstanden haben. Es ist genau umgekehrt: Wir werden Gottes Willen erst dann verstehen, nachdem wir ihn getan haben. Wir sollen hören, gehorchen und erst dann verstehen. Wir haben nicht genug Zeit, erst zu analysieren, warum und weshalb wir Gottes Geboten gehorchen sollen. Für Abraham hatte es auch keinen Sinn gemacht, als Gott ihn aufforderte, seinen einzigen Sohn Isaak ins Land Morija zu bringen, um ihn dort als Brandopfer darzubringen. Dabei hatte Gott dem Abraham doch vorher schon verheißen, daß Er ihm in Isaak eine Nachkommenschaft bereitet, die unzählbar groß wird, und die das Land Kannan ererben wird. Der analytischer Denker würde an der Aufforderung Gottes (1. Mose 22:2) verzweifeln und für widersprüchig halten. So finden auch heute analytische denkende Bibelkritiker lauter „Widersprüche“ in der Bibel, die aber in Wirklichkeit Schlüssel sind, tiefere Wahrheiten Gottes zu verstehen. Menschen, die keine Liebe für Gott in ihrem Herzen haben, rebellieren gegen die Wege Gottes, wenn sie meinen, „das bringt mir nix“ oder „das mach doch keinen Sinn“. Abraham wandelte in Liebe zu Gott. Deshalb folgte und vertraute er auf Gottes Wort, anstatt damit zu hadern. Er nahm seinen Sohn Isaak auf den Berg. Als dieser seinen Vater nach dem Opferlamm fragte, da antwortete er: „Mein Sohn, Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen!“ Abraham mußte seinen Sohn nicht opfern, denn der Engel schritt ein. Gott sorgte für ein Opferlamm – seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus. Weil Abraham aus Liebe zu Gott seinen einzigen Sohn nicht verschonte, so hat Gott aus Liebe zu der verlorenen Welt, seinen Sohn nicht verschont, sondern ihn hingegeben als Sühnopfer zur Vergebung unserer Sünden (Joh. 3:16, Römer 8:32). Weil Abraham Gott liebte und Ihm folgte und traute, ist diese Glaubensprüfung in 1. Mose 22 eine alttestamentliche Vorschau auf den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi. Abraham erhielt ja seinen Sohn Isaak wieder als wie von den Toten (Hebräer 11:17-19). Das Land Morija ist wo David später Israel mit Gott versöhnt auf der Tenne Ornans (1. Chr. 21). Es ist der Ort, wo sich die Stadt Jerusalem befindet und wo David seinen Sohn Salomo beauftragte, das Haus des HERRN zu bauen. Somit es auch der Ort, wo Jesus Christus wirkte und als das stellvertretende Opferlamm gekreuzigt wurde. Abraham gehorchte Gott aus Liebe. Er wußte, daß Gott seine ursprüngliche Verheißung nicht brechen würde. Darum sagte Abraham bereits vorher, daß er wieder mit Isaak vom Berge zurückkehren wird (1. Mose 22:4). Er vertraute voll darauf, daß Gott für ein Opferlamm sorgen wird und tatsächlich hat Gott sich selbst als Opferlamm dargebracht in seinem Sohn Jesus Christus. Hier sehen wir im Alten Testament schon eine Vorschau auf das neutestamentliche Evangelium: Glaube an das stellvertretende Sühnopfer und Glaube an die Auferstehung Christi.

Mögen wir erkennen, daß die Gebote Christi Wege sind, Liebe zu Gott und den Menschen auszudrücken, und daß Liebe durch Gehorsam zu Gott manifestiert wird. Die Verführer der modernen Gesellschaft wollen es oft so darstellen, als wenn biblische Prinzipien und die Gebote Christi Menschen unterdrücken und einengen wollen. Viele Menschen haben sich selbst und anderen enormen Schaden zugefügt, weil sie sich von dieser modernen Lebenslüge an der Nase herumführen ließen. Der Satan ist gekommen zum Töten, Stehlen und Zerstören. Er will jedem verlorenen Schaf ein Recht auf Selbstverwirklichung einreden, damit der Wolf die Schafe raubt und verstreut. Mögen viele Menschen zu Jesus Christus, dem guten Hirten, kommen. Der gute Hirte gibt seinen Schafen das ewige Leben (Johannes 10) und Seine Schafe hören auf Seine Stimme.

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