Monatsarchiv für September 2010

Sep 26 2010

Profile Image of Ingo Breuer
Ingo Breuer

Brauchen wir die Gunst der Chinesen?

Abgelegt unter Gesellschaft

Als PDF herunterladen.

Eine Kölner Delegation aus Wirtschaft, Politik und Karneval fliegt nach Schangai und Peking. Dort findet nämlich die NRW-Woche statt im deutschen Pavillion auf der Weltausstellung. Mit dieser China-Offensive will man sich “den chinesischen Partnern präsentieren”. Dies zeigt, wie sehr die Globalisierung unsere Wirtschaft geschwächt hat, wenn man sich mit solchen PR-Mitteln bei Chinesen beliebt machen muß. Das erinnert mich an die falschen Lehrer in der Bibel, von denen es heißt: “Das sind Unzufriedene, die mit ihrem Geschick hadern und dabei nach ihren Lüsten wandeln; und ihr Mund redet übertriebene Worte, wenn sie aus Eigennutz ins Angesicht schmeicheln.” Judas 16. Schmeichelei aus Eigennutz ist die passende Überschrift für solche China-Botschafter. Um der Fairness willen muß erst einmal geklärt werden, was denn die Chinesen tun, um unsere Gunst zu verdienen?

Schmeichelei statt Wahrheit

Wird auf diesen Schmeichelreisen auch angesprochen, daß China seine eigene Bevölkerung mißhandelt durch eine gottlose Ein-Kind-Politik? Der blinde Menschenrechtsverteidiger Chen Guancheng wollte Rechtshilfe leisten im Fall von 7000 Sterilisierungen und Abtreibungen, zu denen die Kommunalbehörden in der Provinz Shandong Tausende von Frauen gezwungen haben. Für seine Hilfe  wurde Guancheng inhaftiert. Im September wurde er freigelassen, aber er wird streng überwacht von Behörden. Er ist also nicht wirklich frei. Nach Medienberichten haben die Behörden vor der Entlassung des Menschenrechtlers um das Haus und das Dorf von Chen Guangcheng herum Überwachungskameras angebracht. PolizistInnen in Zivil sowie MitarbeiterInnen der Regierung umstellen sein Haus, und die Telefonleitungen des Hauses wurden gekappt. Weder Chen Guangcheng noch seine Familie dürfen das Haus verlassen, noch nicht einmal, um Lebensmittel einzukaufen. Man hat Chen Guangcheng auch verboten, sich von seinem Arzt untersuchen zu lassen, obwohl zu befürchten ist, dass er aufgrund der im Gefängnis erlittenen Misshandlungen dringend medizinische Versorgung benötigt. Chen Guangcheng wurde am 16. Juni 2007 auf Anweisung von Gefängniswärtern von Mitinsassen auf brutalste Weise zusammengeschlagen, nachdem er sich geweigert hatte, sich den Kopf kahl scheren zu lassen. Er erhielt keine medizinische Versorgung und äußerte später seiner Frau gegenüber die Vermutung, eine seiner Rippen sei gebrochen. Während der Haft soll der blinde Mann außerdem eine Lebensmittelvergiftung erlitten haben.

Das kommt mir chinesisch vor

Übrigens: Bei der NRW-Woche auf der Weltausstellung in Schangai wird es auch ein deutsch-chinesisches Bürgermeistertreffen geben. Warum wollen sich deutsche Kommunalpolitiker an einen Tisch setzen mit Kommunalvertretern, die Zwangsabtreibungen und -sterilisationen durchführen?  Warum haben es NRW-Politiker nötig sich bei Menschenrechtsverletzern und Vertretern von atheistischen tyrannischen Behörden Rat zu holen? Liegt es vielleicht daran, daß das Bundesland NRW teilweise immer mehr gemeinsam hat mit chinesischer Unterdrückung und Einmischung von allmächtigen Behörden? Gerade in dem Augenblick, wo ich dies schreibe, befinden sich christliche Eltern in NRW-Haftanstalten,weil sie ihre Kinder zu Hause unterrichtet haben oder sie von Inhalten im Schulunterricht öffentlicher Schulen befreien wollten, die ihren christlichen Glauben konterkarieren. Dann kommt Islamunterricht ab 2011, flächendeckender Anspruch auf kommunistische kollektive Fremderziehung von Kindern durch den Staat ab 2013 und verpflichtende Dichtigkeitsprüfungen für Abwasserleitungen ab 2015. Die Klimalüge wird instrumentalisiert zur Ausbeutung der Bevölkerung. Da darf man mit Recht fragen: Ist NRW nicht ganz dicht? Das scheint der Fall zu sein, denn noch bizarrer sind die Vorstellungen der Ministerpräsidentin Kraft (SPD), die den Haushalt von NRW “im Laufe einer Generation” sanieren will durch “Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung und Prävention.” Eher das Gegenteil ist der Fall: Durch die staatlich geförderte Bekämpfung christlicher Werte, hat sich der Staat enorm verschuldet durch die Folgekosten die entstehen, wenn man nicht nach Gottes Plan lebt. Staatliche Kosten für Kinderbetreuung wären minimal, wenn unsere Gesellschaft an den natürlichen Aufgaben von Mann und Frau orientiert wäre, wonach die Frau die verantwortliche Gestalterin des häuslichen Lebens und der Mann für den wirtschaflichen Unterhalt der Familie zuständig ist.

Beinah Friedensnobelpreis für Guangcheng

Schon im vergangenen Jahr wurde der Menschenrechtler Chen Guangcheng für den Friedensnobelpreis nominiert, weil er sich gegen die Zwangsabtreibungen und -sterilisationen der chinesischen Behörden im Sinne ihrer “Ein-Kind-Politik” engagierte. Was für eine fürchterliche Ironie, daß im vergangenen Jahr der Friedensnobelpreis letztendlich an US-Präsident Barack Obama ging, der mit einer Durchführungsverordnung die finanzielle Unterstützung für den UNPFA wiederherstellte. Unter der Bush-Regierung wurde die Unterstützung für diese UN-Organisation für Bevölkerungskontrolle gestrichen, weil nachgewiesen wurde, daß UNPFA die chinesische Ein-Kind-Politik unterstützte. Unter Obama werden wieder amerikanische Steuergelder verschwendet für Abtreibungen unter dem Deckmantel von “Entwicklungshilfe” oder “reproduktiver Gesundheit”. Der frühere Direktor des UNPFA  Thoraya Obaid lobte die chinesische Ein-Kind-Politik als “bemerkenswerte Errungenschaft der Bevölkerungskontrolle”. Bis heute ist nicht verständlich, womit sich Barack Obama den Friedensnobelpreis verdiente. Auch er benutze die Strategie “Schmeichelei aus Eigennutz”, um an die Macht zu kommen. Ganz ähnlich wie die falschen Lehrer in 2. Petrus 2:3: “Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten …” Besser kann man den Wahlkampf 2008 mit Obamas Wortschwall nicht bezeichnen. Selbst der Antichrist kommt an die Macht durch Schmeichelei: “An des Statt wird aufkommen ein Ungeachteter, welchem die Ehre des Königreichs nicht zugedacht war; der wird mitten im Frieden kommen und das Königreich mit süßen Worten einnehmen.” Daniel 11:21.

Zuerst Gottes Gunst suchen

Wir sollen nicht in die Falle der Menschenfurcht und Menschengefälligkeit treten. Wir müssen uns nicht darum sorgen, was die “anderen” von uns denken und was die Chinesen von uns denken. “Vor Menschen sich scheuen bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verläßt, wird beschützt.” Sprüche 29:25. Zuerst sollten wir Gottes Gunst und Wohlgefallen suchen. Was denkt Gott über uns? Was ist Sein Wille? Wir müssen fähig sein, freimütig unsere Meinung zu sagen und unseren Glauben zu bekennen – ganz egal was die Chinesen oder sonst ein Wichtigtuer denkt. Schmeichelei brauchen wir dazu nicht. Wird ein deutscher Bürgermeister beim deutsch-chinesischen Bürgermeistertreffen den Mut haben, auf Gungchengs Schicksal aufmerksam zu machen oder die “Ein-Kind-Politik” rügen? Wer den Mut hierzu nicht hat, der soll sich nicht in einem Rechtsstaat politisch betätigen. Machen wir nicht den Fehler der Pharisäer: “Doch auch der Obersten glaubten viele an ihn; aber um der Pharisäer willen bekannten sie’s nicht, daß sie nicht in den Bann getan würden. Denn sie hatten lieber die Ehre bei den Menschen als die Ehre bei Gott.” Johannes 12:42,43. Wenn wir mehr darauf achten, was “die anderen” von uns denken als was Gott von uns denkt, dann haben wir ein Problem und leben in Gefangenschaft gegenüber Menschen, denen wir keine Rechenschaft schulden. Jesus macht uns wirklich frei von der Sucht nach Anerkennung. Wir brauchen nichts mehr als die Gunst und den Segen Gottes – und nicht den der Chinesen. “Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er sei und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde.” Hebräer 11:6.

Hausaufgabe

Suchen Sie selber in der Heiligen Schrift, was wohlgefällig ist vor Gott. Nehmen Sie eine Konkordanz zur Hand und listen Sie alle Querverweise auf, die etwas darüber aussagen, was uns Gunst bei Gott erbringt und Ihm wohlgefällt. Wenn Sie in der Heiligen Schrift fündig geworden sind, dann schreiben Sie einfach darüber in einem Kommentar zu diesem Artikel unten.

Ein Kommentar

Ältere Einträge »