New Hampshire Bekenntnis (1833): 18 Glaubensartikel der Baptisten

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Geschrieben 1833 von John Newton Brown, D.D. und von der New Hampshire Baptistenkonvention angenommen. Seitdem weithin akzeptiertes Bekenntnis unter Baptisten. Jedoch ist diese Schrift dem Wort Gottes nicht gleichzusetzen. Es ist ein menschliches Dokument und deshalb auch zu Fehlern geneigt. Die Heilige Schrift allein ist die verbindliche Autorität.

Übersetzung: Ingo Breuer, 2003.

I. Von der Heiligen Schrift

Wir glauben, daß die Bibel von heiligen Männern unter der Inspiration des Heiligen Geistes niedergeschrieben wurde und ein vollkommener Schatz himmlischer Unterweisungen ist;1 daß Gott ihr Autor ist; daß das Heil ihr Zweck ist 2 und daß die Wahrheit ohne jeglichen Irrtum ihre Substanz ist;3 daß sie die Prinzipien offenbart, nach welchen Gott uns richten wird 4. Deshalb ist und bleibt die Bibel für immer der wahre Mittelpunkt christlicher Einheit 5 und der höchste Maßstab nach dem das menschliche Verhalten sowie alle Überzeugungen und Meinungen geprüft werden sollen.6

1 2. Tim. 3:16,17; 2. Pe. 1:21; 2.Sam. 23:2; Apg. 1:16; 3:21; Joh. 10:35; Lk. 16:29-31; Ps. 119:111; Rö. 3:1,2.
2 2. Tim. 3:15; 1. Pe. 1:10-12; Apg. 11:14; Rö. 1:16; Mk. 16:16; Joh. 5:38,39.
3 Spr. 30:5,6; Joh. 17:17; Offb. 22:18,19; Rö. 3:4.
4 Rö. 2:12; Joh. 12:47,48; 1. Kor. 4:3,4; Lk. 10:10-16; 12:47,48.
5 Phil. 3:16; Eph. 4:3-6; Phil. 2:1-2; 1. Kor. 1:10; 1. Pe. 4:11.
6 1. Joh. 4:1; Jes. 8:20; 2. Kor. 13:5; Apg. 17:11; 1. Joh. 4:6; Jud. 3; Eph. 6:17; Ps. 119:59,60; Phil. 1:9-11.

II. Vom wahren Gott

Wir glauben, daß es nur einen einzigen wahren und lebendigen Gott gibt, ein unendlicher, intelligenter Geist mit Namen JEHOVAH, der Schöpfer und höchste Herrscher des Himmels und der Erde, 1 unausdrücklich herrlich in Heiligkeit, 2 und würdig aller möglichen Ehre, Treue und Liebe; 3 daß die Einheit der Gottheit aus drei Personen besteht, dem Vater, dem Sehn und dem Heiligen Geist; 4 daß sie gleichartig in ihrer göttlichen Vollkommenheit sind 5 und in Harmonie miteinander unterschiedliche Funktionen im großen Werk der Erlösung ausüben.6

1 Joh. 4:24; Ps. 147:5; Ps. 83:18; Heb. 3:4; Rö. 1:20; Jer. 10:10.
2 Ex. 15:11; Jes. 6:3; 1. Pe. 1:15,16; Offb. 4:6-8.
3 Mk. 12:30; Offb. 4:11; Mt. 10:37; Jer. 2:12,13.
4 Mt. 28:19; Joh. 15:26; 1. Kor. 12:4-6; 1. Joh. 5:7.
5 Joh. 10:30; Joh. 5:17; 14:23; 17:5,10; Apg. 5:3,4; 1. Kor. 2:10,11; Phil. 2:5,6.
6 Eph. 2:18; 2. Kor. 13:14; Offb. 1:4,5.

III. Vom Fall des Menschen

Wir glauben, daß der Mensch in Heiligkeit geschaffen wurde unter dem Gesetz seines Schöpfers, 1 aber durch freiwillige Übertretung fiel er von diesem seligen Zustand 2 mit der Konsequenz, daß nun alle Menschen Sünder sind, 3 nicht aus Zwang sondern aus freier Wahl.4 So besitzt der Mensch von Natur aus nicht die Heiligkeit, die das Gesetz Gottes fordert, sondern ist fest zum Bösen geneigt und deshalb unentschuldbar 5 unter dem gerechten Urteil zum ewigem Ruin.6

1 Gen. 1:27,31; Pred. 7:29; Apg. 15:26; Gen. 2:16.
2 Gen. 3:6-24; Rö. 5:15.
3 Rö. 5:19; Joh. 3:6; Ps. 51:5; Rö. 5:15-19; 8:7.
4 Jes. 53:6; Gen. 6:12; Rö. 3:9-18.
5 Hes. 18:19,20; Rö. 1:20; 3:19; Gal. 3:22.
6 Eph. 2:1-3; Rö. 1:18,32; 2:1-16; Gal. 3:10; Mt. 20:15.

IV. Vom Heilsweg

Wir glauben, daß die Rettung des Sünders allein aus Gnade geschieht 1 durch das stellvertretende Wirken des Sohnes Gottes, 2 der nach der Bestimmung des Vaters freiwillig unsere Natur auf sich nahm jedoch ohne Sünde; 3 daß er das Gesetz Gottes durch seinen persönlichen Gehorsam ehrte 4 und durch seinen Tod eine vollständige Sühnung unserer Sünden erlangte; 5 daß er, von den Toten auferstanden, nun auf seinem himmlischen Thron sitzt 6 und in seiner wunderbaren Person das herzlichste Erbarmen mit der göttlichen Vollkommenheit vereint und daher in jeder Hinsicht geschckt ist, ein treuer, huldvoller und allein genügender Heiland zu sein.7

1 Eph. 2:5; Mt. 18:11; 1. Joh. 4:10; 1. Kor. 3:5-7; Apg. 15:11.
2 Joh. 3:16; Joh. 1:1-14; Heb. 4:14; 12:24.
3 Phil. 2:6,7; Heb. 2:9,14, 2. Kor. 5:21.
4 Jes. 42:21; Phil. 2:8; Gal. 4:4,5; Rö. 3:21.
5 Jes. 53:4,5; Mt. 20:28; Rö. 4:25; 3:21-26; 1. Joh. 4:10; 2:3; 1. Kor. 15:1-3; Heb. 9:13-15.
6 Heb. 1:3,8; 8:1; Kol. 3:1-4.
7 Heb. 7:25; Kol. 2:9; Heb. 2:18; 7:26; Ps. 89:19; Ps. 45.

V. Von der Rechtfertigung

Wir glauben, daß die Rechtfertigung der Segen des Evangeliums ist, den Christus 1 denen erwirkt, die an ihn glauben;2 daß die Rechtfertigung die Vergebung der Sünden 3 und die Verheißung des ewigen Lebens auf der Grundlage der Gerechtigkeit umfaßt;4 daß die Rechtfertigung nicht in Anbetracht irgendwelcher Werke gewährt wird, die wir getan haben, sondern allein aus Glauben an das Blut des Erlösers 5 und daß uns Gott kraft dieses Glaubens unverdient seine vollkommene Gerechtigkeit anrechnet;6 daß uns die Rechtfertigung in einen Zustand gesegneten Friedens und Wohlgefallens mit Gott bringt und uns jeden weiteren Segen garantiert, den wir für Zeit und Ewigkeit nötig haben.7

1 Joh. 1:16; Eph. 3:8.
2 Apg. 13:39; Jes. 3:11,12, Rö. 8:1.
3 Rö. 5:9; Sach. 13:1; Mt. 9:6; Apg. 10:43.
4 Rö. 5:17; Tit. 3:5,6; 1. Pe. 3:7; 1. Joh. 2:25; Rö. 5:21.
5 Rö. 4:4,5; Rö. 5:21; 6:23; Phil. 3:7-9.
6 Rö. 5:19; Rö. 3:24-28; 4:23-25; 1. Joh. 2:12.
7 Rö. 5:1-3,11; 1. Kor. 1:30,31; Mt. 6:33; 1. Tim. 4:8.

VI. Von der Gabe des Heils

Wir glauben, daß der Segen des Heils (Errettung der Seele) umsonst ist für alle durch das Evangelium;1 daß es die umgehende Pflicht aller ist, diesen Segen mit herzlichem, bußfertigem und gehorsamem Glauben anzunehmen;2 und daß nichts die Errettung des größten Sünders auf Erden verhindert, als seiner eigenen innewohnenden Verderbtheit und seiner freiwilligen Ablehnung des Evangeliums,3 was ihn in eine schwere Verdammnis bringt.4

1 Jes. 55:1; Offb. 22:17; Lk. 14:17.
2 Rö. 16:26; Mk. 1:15; Rö. 1:15-17.
3 Joh. 5:40; Mt. 23:37; Rö 9:32; Spr. 1:24; Apg. 13:46.
4 Joh. 3:19; Mt. 11:20; Lk. 19:27; 2. Thess. 1:8.

VII. Von der Gnade in der Wiedergeburt

Wir glauben, daß Sünder regeneriert oder von neuem geboren werden müssen, um errettet zu werden;1 daß die Wiedergeburt in der Verleihung einer heiligen Veranlagung des Sinnes besteht;2 daß sie durch den Heiligen Geist in Verbindung mit der göttlichen Wahrheit3 in einer Weise bewirkt wird, die über unsere Wahrnehmung hinausgeht, um so unseren freiwilligen Gehorsam zum Evangelium zu bewirken;4 und daß sie sich in den heiligen Früchten der Buße, des Glaubens und einem neuen Leben erzeigt.5

1 Joh. 3:3,6,7; 1. Kor. 1:14; Offb. 8:7-9; 21:27.
2 2. Kor. 5:17; Hes. 36:26; Deut. 30:6; Rö. 2:28,29; 5:5; 1. Joh. 4:7
3 Joh. 1:13; 3:8; Jak. 1:16-18; 1. Kor. 1:30; Phil. 2:13.
4 1. Pe. 2:22-25; 1. Joh. 5:1; Eph. 4:20-24; Kol. 3:9-11.
5 Eph. 5:9; Rö. 8:9; Gal. 5:16-23; Eph. 3:14-21; Mt. 3:8-10; 7:20; 1. Joh. 5:4,18.

VIII. Von der Buße und dem Glauben

Wir glauben, daß Buße und Glaube heilige Pflichten und auch untrennbare Tugenden sind, die in unserer Seele durch den regenerierenden Heiligen Geist gewirkt werden,1 wodurch wir uns, tief von unserer Schuld, Gefahr und Hilflosigkeit betroffen und vom Heilsweg Chrsti überzeugt,2 zu Gott wenden mit ungeheuchelter Reue, Bekennen unserer Sünden und Flehen um Barmherzigkeit3 und zugleich nehmen wir herzlich den Herrn Jesus Christus als unseren Propheten, Priester und König an und verlassen uns auf Ihn allein als unseren Erlöser.4

1 Mk. 1:15; Apg. 11:18; Eph. 2:8; 1. Joh. 5:1.
2 Joh. 16:8; Apg. 2:37,38; Apg. 16:30,31.
3 Lk. 15:18-21; 18:13; Jak. 4:7-10; 2. Kor. 7:11; Rö. 10:12,13; Ps. 51.
4 Rö. 10:9-11; Apg. 3:22,23; Heb. 5:14; Ps. 2:6; Heb. 1:8; 8:25; 2. Tim. 1:12.

IX. Von Gottes Vorsatz der Gnade

Wir glauben, daß die Auserwählung der ewige Vosatz Gottes ist, gemäß dem er gnädig Sünder erneuert, heiligt und errettet;1 daß sie in Übereinstimmung mit dem freien Willen des Menschen alle Mittel in Verbindung mit dem Zweck umfaßt;2 daß sie eine herrliche Schau Gottes höchster Güte ist, da sie unendlich frei, weise, heilig und unveränderlich ist;3 daß sie alles Prahlen völlig ausschließt und Demut, Gebet, Lob, Vertrauen auf Gott und aktive Nachahmung seiner freien Barmherzigkeit fördert;4 daß sie die Nutzung der Mittel im höchsten Maße fördert;5 daß sie durch ihre Wirkungen in allen, die wahrhaftig dem Evangelium glauben, zu erkennen ist;6 daß sie das Fundament der christlichen Heilsgewißheit ist7 und daß es den größten Fleiß erfordert und verdient, um sie für uns festzumachen.8

1 2. Tim. 1:8,9; Eph. 1:3-14; 1. Pe. 1:1,2; Rö. 11:5,6; Joh. 15:16; 1. Joh. 4:19; Hos. 12:9.
2 2. Thess. 2:13,14; Apg. 13:48; Joh. 10:16; Mt. 20:16; Apg. 15:14.
3 Ex. 33:18,19; Mt. 20:15; Eph. 1:11; Rö. 9:23,24; Jer. 31:3; Rö.11:28,29, Jak. 1:17,18; 2. Tim. 1:9; Rö. 11:32-36.
4 1. Kor. 4:7; 1. Kor. 1:26-31; Rö. 3:27; 4:16; Kol. 3:12; 1. Kor. 3:5-7; 15:10; 1. Pe. 5:10; Apg. 1:24; 1. Thess. 2:13; 1. Pe. 2:9; Lk. 18:7; Joh. 15:16; Eph 1:16; 1. Thess. 2:12.
5 2. Tim. 2:10!. Kor. 9:22; Rö. 8:28-30; Joh. 6:37-40; 2. Pe. 1:10.
6 1. Thess. 1:4-10.
7 Rö. 8:28-31; Jes. 42:16; Rö. 11:29.
8 2. Pe. 1:10,11; Phil. 3:12; Heb. 6:11.

X. Von der Heiligung

Wir glauben, daß die Heiligung der Prozeß ist, durch den wir nach dem Willlen Gottes Anteilnehmer seiner Heiligkeit werden;1 daß sie ein fortlaufendes Werk ist;2 daß sie mit der Wiedergeburt beginnt;3 und daß sie sich im Herzen des Gläubigen vollzieht durch die Gegenwart und Kraft des Heiligen Geistes, dem Versiegler und Tröster, im kontinuierlichen Gebrauch der dazu bestimmten Mittel, wozu besonders das Wort Gottes, Selbsterforschung, Selbstverleugnung, Wachsamkeit und Gebet zählen.4

1 1. Thess. 4:3; 1. Thess. 5:23; 2. Kor. 7:1; 13:9; Eph. 1:4.
2 Spr. 4:18; 2. Kor. 3:18; Heb. 6:1; 2. Pe. 1:5-8; Phil. 3:12-16.
3 Joh. 2:29; Rö. 8:5; Joh. 3:6; Phil. 1:9-11; Eph. 1:13,14.
4 Phil. 2:12,13; Eph. 4:11,12; 1. Pe. 2:2; 2. Pe. 3:18; 2. Kor. 13:5; Lk. 11:35; 9:23; Mt. 26:41; Eph. 6:18; 4:30.

XI. Vom Beharren der Heiligen

Wir glauben, daß nur solche echte Gläubige sind, die bis ans Ende beharren;1 daß ihre beharrliche Bindung an Christus das Hauptmerkmal ist, das sie von oberflächlichen Bekennern unterscheidet,2 daß eine besondere Vorsehung über ihr Wohlergehen wacht3 und daß sie durch die Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zum Heil.4

1 Joh. 8:31; 1. Joh. 2:27,28; 3:9; 5:18.
2 1. Joh. 2:19; Joh. 13:18; Mt. 13:20,21; Joh. 6:66-69; Hiob 17:9.
3 Rö. 8:28; Mt. 6:30-33; Jer. 32:40; Ps. 121:3; 91:11,12.
4 Phil. 1:6; Phil. 2:12,13; Jud. 24,25; Heb. 1:14; 2. Kö. 6:16; Heb. 13:5; 1. Joh. 4:4.

XII. Von der Harmonie des Gesetzes und des Evangeliums

Wir glauben, daß das Gesetz Gottes die ewige und unveränderliche Regel seiner moralischen Herrschaft ist;1 daß es heilig, gerecht und gut ist;2 und daß die Unfähigkeit, die die Schrift dem gefallenen Menschen zuschreibt, Gottes Vorschriften zu erfüllen, allein aus der menschlichen Liebe zur Sünde hervorgeht.3 Ihn davon zu erlösen und ihn durch einen Mittler zu ungeheucheltem Gehorsam zum heiligen Gesetz wiederherzustellen, ist eine Hauptabsicht des Evangeliums und der Gnadenmittel, die mit der Errichtung der sichtbaren Gemeinde verbunden sind.4

1 Rö. 3:31; Mt. 5:17; Lk. 16:17; Rö. 3;20; 4:15.
2 Rö. 7:7,12,14,22; Gal. 3:21; Ps. 119.
3 Rö. 8:7,8; Jos. 24:19; Jer. 13:23; Joh. 6:44; 5:44.
4 Rö. 8:2-4; Rö. 10:4; 1. Tim. 1:5; Heb. 8:10; Jud. 20,21; Heb. 12:14; Mt. 16:17,18; 1. Kor. 12:28.

XIII. Von der Gemeinde

Wir glauben, daß eine sichtbare Gemeinde Christi eine Versammlung getaufter Gläubiger ist,1 die im Glauben und der Gemeinschaft des Evangeliums verbunden ist,2 daß sie die Ordnungen Christi befolgt1 und nach seinen Gesetzen regiert wird;4 daß sie von den Gaben, Rechten und Pflichten Gebrauch macht, die ihr durch sein Wort gegeben sind;5 daß ihre einzigen schriftgemäßen Amtsträger die Bischöfe (Pastoren) und die Diener sind,6 deren Qualifikationen, Ansprüche und Pflichten in den Briefen an Timotheus und Titus definiert sind.

1 1. Kor. 1:1-13; Mt. 18:17; Apg. 5:11; 8:1; 11:31; 1. Kor. 4:17; 14:23; 3. Joh. 9; 1. Tim 3:5.
2 Apg. 2:41,42,47; 2. Kor. 8:5; 1. Kor. 5:12,13.
3 1. Kor. 11:2; 2. Thess. 3:6; Rö. 16:17-20; 1. Kor. 11:23; Mt. 18:15-20; 1. Kor. 5:6; 2. Kor. 2:7; 1. Kor. 4:11.
4 Mt. 28:20; Joh. 14:15; 15:12; 1. Joh. 4:21; Joh. 14:21; 1. Thess. 4:2; 2. Joh. 6; Gal. 6:2. Alle Epistel.
5 Eph. 4:7; 1. Kor. 14:12; Phil. 1:27; 1. Kor. 12:14.
6 Phil 1:1; Apg. 14:23; 15:22; 1. Tim. 3; Tit. 1.

XIV. Von der Taufe und dem Mahl des Herrn

Wir glauben, daß die christliche Taufe durch das Untertauchen eines Gläubigen im Wasser1 im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes geschieht,2 um darin in einem feierlichen und schönen Symbol, unseren Glauben an den gekreuzigten, begrabenen und auferstandenen Heiland zu bezeugen, mit seiner Wirkung, daß wir der Sünde abgestorben sind und zu einem neuen Leben auferstanden sind;3 daß die christliche Taufe voraussetzend ist für die Anbindung an die Gemeinde und die Teilnahme am Mahl des Herrn,4 in dem die Glieder der Gemeinde nach ernster Selbstprüfung5 durch den heiligen Gebrauch von Brot und Wein der sterbenden Liebe Christi gedenken.6

1 Apg. 8:36-39; Mt. 3:5,6; Joh. 3:22,23; 4:1,2; Mt. 28:19; Mk. 16:16; Apg. 2:38; 8:12; 16:32-34; 18:8.
2 Mt. 28:19; Apg. 10:47,48; Gal. 3:27,28.
3 Rö. 6:4; Kol. 2:12; 1. Pe. 3:20,21; Apg. 22:16.
4 Apg. 2:41,42; Mt. 28:19,20. Apostelgeschichte und Epistel.
5 1. Kor. 11:28; 1. Kor. 5:1,8; 10:3-32; 11:17-32; Joh. 6:26-71.
6 1. Kor. 11:26; Mt. 26:26-29; Mk. 14:22-25; Lk. 22:14-20.

XV. Vom christlichen Sabbat

Wir glauben, daß der erste Tag der Woche der Tag des Herrn oder der christliche Sabbat1 ist und für religiöse Zwecke geheiligt werden soll2 durch das Enthalten von aller weltlichen Arbeit und sündhafter Belustigung,3 durch den andächtigen Gebrauch aller Gnadenmittel im Verborgenen4 sowie im Öffentlichen5 gleichermaßen, und durch die Vorbereitung auf die Ruhe, die dem Volk Gottes noch vorhanden ist.6

1 Apg. 20:7; Gen 2:3; Kol. 2:16,17; Mk. 2:27; Joh. 20:19; 1. Kor. 16:1,2.
2 Ex. 20:8; Offb. 1:10; Ps. 118:24.
3 Jes. 58:13,14, Jes. 56:2-8.
4 Ps. 118:15.
5 Heb. 10:24,25; Apg. 11:26; 13:44; Lev. 19:30; Ex. 46:3; Lk. 4:16; Apg. 17:2,3; Ps. 26:8; 87:3.
6 Heb. 4:3-11.

XVI. Von der staatlichen Regierung

Wir glauben, daß die staatliche Obrigkeit von Gott verordnet ist zum Zwecke der gesellschaftlichen Interessen und der Ordnung;1 daß wir für Obrigkeiten beten müssen und sie gewissenhaft zu ehren und zu befolgen haben,2 es sei denn in Angelegenheiten, die dem Willen unseres Herrn Jesus Christus – dem alleinigen Herrn des Gewissens und dem König der Könige4 – gegensätzlich sind.

1 Rö. 13:1-7; Deut. 16:18; 2. Sam. 23:3; Ex. 18:23; Jer. 30:21.
2 Mt. 22:21; Tit. 3:1; 1. Pe. 2:13; 1. Tim. 2:1-8.
3 Apg. 5:29; Dan. 3:15-18; 6:7-10; Apg. 4:18-20.
4 Mt. 23:10; Rö.14:4; Offb. 19:16; Ps. 72:11; Ps. 2; Rö. 14:9-13.

XVII. Von den Gerechten und den Gottlosen

Wir glauben, daß es einen entscheidenden und wesentlichen Unterschied zwischen den Gerechten und den Gottlosen gibt;1 daß nur solche wahrlich gerecht vor Gott sind, die durch Glauben an den Herrn Jesus Christus gerechtfertigt und durch den Geist unseres Gottes geheiligt worden sind,2 wohingegen alle, die in Verstocktheit und Unglauben verharren, vor seinem Angesicht gottlos und unter dem Fluch sind;3 und daß dieser Unterschied unter den Menschen gleichermaßen im und nach dem Tod gilt.4

1 Mal. 3:18; Spr. 12:26; Jes. 5:20; Gen. 18:23; Jer. 15:19; Apg. 10:34,35; Rö. 6:16.
2 Rö. 1:17, 7:6; 1. Joh. 2:29; 3:7; Rö. 6:18,22; 1. Kor. 11:32; Spr. 11:31; 1. Pe. 4:17,18.
3 1. Joh. 5:19; Gal. 3:10; Joh. 3:36; Jes. 57:21; Ps. 10:4; Jes. 55:6,7.
4 Spr. 14:32; Lk. 16:25; Joh. 8:21-24; Spr. 10:24; Lk. 12:4,5; 9:23-26; Joh. 12:25,26; Pred. 3:17; Mt. 13:14.

XVIII. Von der kommenden Welt

Wir glauben, daß das Ende dieser Welt naht;1 daß Christus am Letzten Tag vom Himmel wiederkommen wird2 und die Toten vom Grab erwecken wird zum Jüngsten Gericht;3 daß die Bösen von den Gerechten geschieden werden;4 daß die Bösen gerichtet werden zur ewigen Pein und die Gerechten zur ewigen Freude;5 und daß dieses Gericht nach gerechten Prinzipien für immer den endgültigen Zustand des Menschen im Himmel oder in der Hölle bestimmt.6

1 1. Pe. 4:7; 1. Kor. 7:29-31; Heb. 1:10-12; Mt. 24:35; 1. Joh. 2:17; Mt. 28:20; 13:39,40, 2. Pe. 3:3-13.
2 Apg. 1:11; Offb. 1:7; Heb. 9:28; Apg. 3:21; 1. Thess. 4:13-18; 5:1-11.
3 Apg. 24:15; 1. Kor. 15:12-59; Lk. 14:14; Dan. 12:2; Joh. 5:28,29; 6:40; 11:25,26; 2. Tim. 1:10; Apg. 10:42.
4 Mt. 13:37-43,49; 24:30,31; 25:31-33.
5 Mt. 25:35-41; Offb. 22:11; 1. Kor. 6:9,10; Mk. 9:43-48; 2. Pe. 2:9; Jud. 7; Phil. 3:19; Rö. 6:22; 2. Kor. 5:10,11; Joh. 4:36; 2. Kor. 4:18.
6 Rö. 3:5,6; 2. Thess. 1:6-12; Heb. 6:1,2; 1. Kor. 4:5; Apg. 17:31; Rö. 2:2-16; Offb. 20:11,12; 1. Joh. 2:28; 4:17.

So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel
und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des HErrn,
in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden.
2. Petrus 3:11,12

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