Was wir glauben

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Dieses Glaubensbekenntnis soll Klartext darüber verschaffen, auf welcher Basis eine unabhängige Baptistengemeinde arbeitet. Grundsätzlich ist die Heilige Schrift unsere einzige Richtschnur. Jedoch wurde dieses Bekenntnis geschrieben, um aus dem reichen Schatz der Bibel einige Kernaussagen für die Gemeinde zu schöpfen und damit sich Außenstehende ein Bild davon machen können, was sie beim Besuch einer bibeltreuen Gemeinde erwarten können.

DIE HEILIGE SCHRIFT
Wir glauben an die unfehlbare, wortwörtliche Inspiration der ganzen Bibel, und daß die Bibel die alleinige, vollständige und ausreichende Richtschnur für Glaube und Gehorsam ist. Ps. 119:160; 2. Tim. 3:16,17. Jedes Wort darin ist fehlerlos und unfehlbar und bedarf keiner Berichtigung. Die Lehre von der Inspiration der Schrift wäre von geringer Bedeutung, wenn sie nicht auch die Lehre von der Bewahrung der „Worte“ Gottes umfaßt. Psalm 12:6,7; 78:1; 119:89,103,130,140; Spr. 22:21, 30:5,6; Offb. 22:18,19. Wir glauben, die Bibel hat Gott den Heiligen Geist als Urheber, Errettung als grundlegendes Ergebnis und wurde niedergeschrieben von heiligen Männern unter der sofortigen und direkten Eingebung des Heiligen Geistes. Die Bibel ist das wahre Zentrum für die christliche Einheit und der höchste Standard, nach dem menschliche Verhaltensweisen, Glaubenserkenntnisse und Meinungen beurteilt werden.

GOTT
Wir glauben an einen einzigen, wahren Gott, der allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist und der Schöpfer und Herrscher über Himmel und Erde ist. Wir glauben, daß die vereinte Gottheit aus drei Personen besteht: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Diese sind gleich in ihrer göttlichen Vollkommenheit. 1. Joh. 5:7-8, Mt. 3:16,17, 28:19. 2. Korinther 13:13.

SCHÖPFUNG UND SÜNDENFALL
Wir glauben an den wortwörtlichen Schöpfungsbericht im ersten Buch Mose. Auf wunderbare Weise erschuf Gott alle Materie aus Nichts. Er gestaltete jede organische Lebensform als besondere Schöpfung, bei der begrenzte Veränderungen innerhalb ihrer Art möglich sind. Wir glauben, daß der Mensch im Bild Gottes geschaffen wurde und in Unschuld lebte, bis er durch seine freiwillige Übertretung von seinem sündlosen Zustand fiel und verderbt wurde. Daraus resultiert, daß auch seine Nachkommen aus natürlicher Fortpflanzung Sünder sind und an allen Konsequenzen des Sündenfalls beteiligt sind. Sie stehen jetzt unter dem Zorn Gottes ohne Entschuldigung. 1. Mo. 1:26; 1. Mo. 3:6-24ö Rö. 5:12-19; Joh. 3:36.

SATAN
Wir glauben, daß Satan ursprünglich als heiliges und vollkommenes Wesen geschaffen wurde, aber durch Stolz und Überheblichkeit gegen Gott rebellierte und somit zum Erzfeind Gottes und des Menschen wurde. Jes. 14:13,14; Hes. 28:13-17; 1. Tim. 3:6. Er ist der unheilige Gott dieser Welt, und sein Schicksal ist die ewige Pein im Feuer- und Schwefelsee. Jes. 14:12-15; Hes. 28:11-19; Mt. 25:41; 2. Kor. 4:4; Eph. 6:10-17; Offb. 20:10.

JESUS CHRISTUS
Wir glauben an die jungfräuliche Geburt und die sündlose Menschheit Jesu Christi. Mt. 1:18-20; 2. Kor. 5:21; 1. Pe. 2:22. Wir glauben an die Göttlichkeit Jesu Christi. Joh. 1:1,14, 10:30; 2. Kor. 5:19. Wir glauben, daß das Leiden und Sterben Jesu Christi stellvertretend für die gesamte Menschheit war und allein für diejenigen, die an Christus glauben, wirksam ist. Jes. 53:6; Heb. 2:9; 1. Pe. 2:24, 3:18; 2. Pe. 3:9; 1. Joh. 2:2. Wir glauben an die leibliche Auferstehung und Himmelfahrt Christi sowie an die leibliche Auferstehung der Heiligen. Mt. 28:1-7; Apg. 1:9-11; 1. Kor. 15:42-58; 1. Thess. 4:13-18.

DER HEILIGE GEIST
Wir glauben, daß der Heilige Geist göttlich ist und die dritte Person der Dreieinigkeit ist. Er ist nicht bloß eine Kraft oder ein Einfluß, sondern er hat eine Persönlichkeit. Der Heilige Geist ist der göttliche Mittler in der Schöpfung (1. Mo. 1:2,3; Hi. 33:4; Ps. 33:6, 104:30; Joh. 16:13-15), in der Inspiration (Apg. 1:16; 2. Tim. 3:16; 2. Pe. 1:21) und in der Erkenntnis (Joh. 16:14-15; 1. Kor. 2:9-14; Eph. 1:17). Der Geist überführt den Mensch seines verlorenen Zustandes der Verdammnis und macht ihm das Evangelium klar. Der Geist wirkt in der Wiedergeburt (Titus 3:5); er tauft (1. Kor. 12:12-14); er bewohnt (Rö. 8:8-10); er versiegelt (Eph. 1:13,14); er erfüllt (Eph. 5:18); er verleiht Kraft (Apg. 1:8); er heiligt (1. Pe. 1:2); er salbt (1. Joh. 2:20,27); er lehrt (Lk. 12:12); er führt (Joh. 16:13); er beruft zum Dienst (Apg. 13:2-4); er tritt ein mit Fürbitte (Rö. 8:26,27). Wir lehnen die moderne charismatische Bewegung mit ihrer Überbetonung des Wirkens des Heiligen Geistes und ihrer Irrlehren ab (weibliche Prediger, Verlust der Errettung, Mißverständnis der Geistestaufe, Ökumene, Wohlstandsevangelium). Diese Bewegung ist fleischlich und dämonisch in ihrem Ursprung.

RECHTFERTIGUNG DES SÜNDERS
Wir glauben, daß der verderbte Sünder allein aus Gnade durch Glauben an Jesus Christus errettet wird, und daß die Voraussetzung für die Wiedergeburt Buße zu Gott und Glaube an den Herrn Jesus Christus ist. Lk. 13:3-5; Joh. 3:16-18; Apg. 20:21; Rö. 6:23; Eph. 2:8,9). Der Heilige Geist überführt Sünder, erneuert, versiegelt, bewahrt und bewohnt jeden Gläubigen. Joh. 3:6, 16:8,9; Rö. 8:9-11; 1. Kor. 6:19,20; Eph. 4:30; Tit 3:5. In der Neugeburt empfängt der tote Sünder Vergebung; er wird göttlicher Natur teilhaftig und empfängt ewiges Leben – Gottes Geschenk. 2. Kor. 5:17; Gal. 6:15; Joh. 3:7. Beweis für die Wiedergeburt ist die Frucht des Geistes (Gal. 5:22). Errettung ist frei erhältlich für alle Menschen durch freiwillige Abkehr von Sünde und Hinkehr zu Jesus Christus, aber diesem Heilsangebot kann durch persönliche Ablehnung, Widerspruch und Opposition widerstanden werden bis zur letztlichen Verwirkung; denn der Gott dieser Welt verblendet die Sinne der Ungläubigen. 1. Tim. 2:4-6; Tit. 1:9; 2. Tim. 2:25,26; 2. Kor. 4:4.

EWIGE BEWAHRUNG DER GLÄUBIGEN
Wir glauben, daß alle, die auf Jesus Christus zu ihrer Errettung vertrauen, auf ewig in Ihm bewahrt werden und nicht verlorengehen. Joh. 3:36, 5:24, 10:27-30; Rö. 8:35-39; Heb. 10:39; 1. Pe. 1:5. Wir glauben, daß Gott die Gläubigen als Seine Kinder behandelt: Er züchtigt die Ungehorsamen und belohnt die Gehorsamen. Mt. 16:27, 25:14-23; Heb. 12:5-11; 2. Joh. 8; Offb. 22:12.

ABSONDERUNG
Wir glauben, daß sich alle wahren Gläubigen absondern sollen von allen weltlichen Vergnügen und unreinen Gewohnheiten, die die Gedanken und den Körper verderben (Lk. 8:14; Eph. 5:3-11; Kol. 3:17; 1. Thess. 5:22; 1. Tim. 5:6; 1. Pe. 2:11); von Ungläubigen und falschen Lehrern in geistlichen Angelegenheiten (2. Kor. 6:14-18; 2. Tim. 3:5; 2. Joh. 10); von der Welt selbst (Eph. 5:11; 1. Joh. 2:15-17). Daher sollen die Gläubigen ihr Leben so führen, daß sie ihrem Heiland keine Schande bringen. Wahre Absonderung von der Welt bedeutet auch Absonderung zu Gott, die sich veranschaulicht in der Liebe zum Wort Gottes und zum Herrn Jesus Christus; in dem Verlangen mehr über den Herrn aus Seinem Wort zu lernen; in der Furcht Gottes; im Gehorsam zum Wort Gottes und der ernstlichen Erwartung der Wiederkunft des Herrn Jesu Christi, um uns aus dieser gegenwärtigen bösen Welt herauszuretten.

HEILIGUNG
Wir glauben, daß die Heiligung eine christusähnliche Veränderung im Leben des Gläubigen bewirkt. Diese Veränderung geschieht durch Gottes Gnade. Heiligung ist kein vollkommener, sündloser Zustand, der aus einem „Zweiten Segen“ oder einer „Geisttaufe“ herrührt, sondern Heiligung ist ein hingebungsvolles, ergebenes Leben für Christus. Die Heiligung wird gefördert durch den Heiligen Geist, das Wort Gottes, Selbstprüfung, Gehorsam, Selbstverleugnung, Wachsamkeit und Gebet. 1. Thess. 4:3, 5:23; Rö. 15:16; Jer. 1:5; Spr. 4:18; Joh. 17:17; 2. Kor. 3:18; 1. Joh. 2:23; Rö. 8:5; Mt. 24:42; Mt. 7:7-11.

DIE GEMEINDE
Wir glauben, daß die lokale Gemeinde eine sichtbare Versammlung schriftgemäß getaufter Gläubiger ist, die in einer verbindlichen Beziehung miteinander den Missionsbefehl des Herrn Jesus Christus ausführen, indem sie Jünger machen, sie taufen und sie alles lehren, was Jesus uns befohlen hat. Jede Gemeinde ist eine unabhängige, selbstverwaltete Versammlung, und keine andere kirchliche Hierarchie oder Organisation darf Autorität über sie ausüben. Mt. 4:18-22; Mt. 16:18; Mk. 1:14-20; Joh. 1:35-51; Eph. 3:21. Eine lokale Baptistengemeinde verwaltet die Gesetze Christi. Deshalb hat keine lokale Gemeinde das Recht, eine Resolution zu verabschieden, die nicht in Konformität mit Gottes Wort steht. Eine Gemeinde agiert lediglich exekutiv und niemals legislativ. Die geistliche Gemeinde besteht aus allen Christen, die im Gemeindezeitalter wiedergeboren wurden und durch den Heiligen Geist in Christus zusammengefügt wurden. 1. Kor. 12:13; Rö. 12:5; Eph. 1:20-23.

ORDNUNGEN DER GEMEINDE
Wir glauben, daß es zwei sinnbildliche Ordnungen in der Gemeinde gibt: die Taufe und das Mahl des Herrn. Die schriftgemäße Taufe wird vollzogen durch das ganze Eintauchen im Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Mt. 3:13-16, 28:19-20; Joh. 3:23; Apg. 8:36-39. Dies ist ein Sinnbild für den Tod, das Begräbnis und die Auferstehung Christi (Rö. 6:3-5; Kol. 2:12) und ist erforderlich für die Mitgliedschaft in einer lokalen Gemeinde (Apg. 2:41). Das Mahl des Herrn ist eine zum Andenken bestimmte Ordnung, denn es versinnbildlicht den Tod Christi bis er wiederkommt durch das Einnehmen des ungesäuerten Brots und der Frucht des Weinstocks. Dem Mahl des Herrn soll stets eine ernste Selbstprüfung seitens des Teilnehmers vorausgehen. Diese gesegnete Ordnung soll von der lokalen Versammlung der Gläubigen so oft sie wünscht befolgt werden, bis Jesus wiederkommt. Apg. 8:12,38; Rö. 6:4; 1. Kor. 5:11-13; 1. Kor. 11:1,2,17-20,23-29.

ÄMTER DER GEMEINDE
Wir glauben, daß es in der Gemeinde zwei göttlich bestimmte Ämter gibt, Bischöfe (Pastoren, Aufseher) und Diakone, deren Qualifikationen im Titusbrief und im ersten Timotheusbrief erklärt werden. Pastoren sind Aufseher der Herde Gottes; sie sind damit beauftragt, die Gemeinde zu weiden (Apg. 20:28); sie haben die Führung über die Gemeinde (Heb. 13:7,17), jedoch führen sie nicht als Herrscher sondern als Vorbilder (1. Pe. 5:1-3). Diakone sollen der Gemeinde unter der Führung des Bischofs dienen, und er soll sich an sie wenden zur Verwaltung von Aufgaben und Pflichten und zu geistlichen Angelegenheiten der Gemeinde. Wir glauben, daß alle Vereinigungen, Gemeinschaften und Komitees Diener der lokalen Gemeinde sind und unter deren Aufsicht stehen (Mt. 20:25-28). Die unabhängige Baptistengemeinde schließt sich keinem Verband oder Dachorganisation an. Wir glauben, daß Jesus Christus allein das Haupt der Gemeinde ist, und daß alle christlichen Gemeinden deshalb frei sein sollen von staatlicher Einmischung. Eph. 1:22; Mt. 22:21; 2. Thess. 3:6.

MISSIONSARBEIT
Wir glauben, daß der Befehl zur Verbreitung des Evangeliums klar und unmißverständlich ist. Dieser Befehl wurde der Gemeinde gegeben. Mt. 28:18-20; Mk. 16:15; Joh. 20:21; Apg. 1:8, 13:1-4; Rö. 10:13-15. Lokale Gemeinden senden und unterstützen Missionare. Phil. 4:15,16; 2. Kor. 11:8,9. Missionare sind diesen Gemeinden gegenüber verantwortlich. Das Beispiel des Apostels Paulus zeigt, daß Missionsarbeit zur Pflanzung von Gemeinden führt, die sich selbst unterstützen, verwalten und fortführen können. Jeder Christ aber ist dazu aufgerufen, ein Menschenfischer, ein Seelengewinner zu sein, in dem er öffentlich den Herrn Jesus Christus bekennt und sucht, seine Mitmenschen für Jesus Christus zu gewinnen. 1. Kor. 4:15; 2. Kor. 10:13-16, 11:2; 2. Tim. 2:2; Rö. 15:28,29; Lk. 24:48; Mk. 1:17.

DAS ZWEITE KOMMEN CHRISTI
Wir glauben an die Entrückung der Gemeinde vor der Trübsalzeit und an die prämillenniare, persönliche, leibliche Wiederkunft Christi mit Seiner Gemeinde, um Sein Reich auf Erden zu gründen als der krönende Abschluß der Zeit der Heiden. Dieses Ereignis beinhaltet die Auferstehung der Gerechten zum ewigen Leben im Himmel. Dem Tausendjährigen Reich Christi folgt die Auferstehung der Bösen zur ewigen Strafe im Feuersee, während die Gerechten eintreten ins Neue Jerusalem. Joh. 14:1-6; 1. Thess. 4:13-18; 2. Thess. 2:8; Offb. 19; Offb. 20:4-6, 11-15, 21:8.

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